Militärethik geht bei ihrer Reflexion von der grundsätzlichen menschlichen Gewaltfähigkeit aus und versucht zu definieren, wann die Androhung oder Anwendung von rechtsstaatlich organisierter Gewalt widerrechtliche Gewalt verhindern oder beenden kann. Welche legitimen Gründe gibt es, die einen Menschen berechtigen, in seiner Funktion als Soldat, militärisch organisierte Gewalt anzudrohen und anzuwenden sowie in letzter Konsequenz zu töten? In welcher Grundhaltung soll ein heutiger Soldat handeln und sich verhalten? Ziel der Darstellung ist es, einen ethischen Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Macht und Gewaltmitteln primär von Armeen und Soldaten aus christlich-theologischer, menschenrechtlicher und militärwissenschaftlicher Sicht zu leisten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2008
Bruno Staffelbach findet in der Monografie "Militärethik" des Theologen, ordinierten Pfarrers und Berufsoffiziers Dieter Baumann eine "weltweit wohl einmalige Bearbeitungstiefe" des Themas. Aus militärwissenschaftlicher, menschenrechtlicher und christlich-theologischer Perspektive versuche Baumann, einen ethischen Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Macht und Gewaltmitteln zu leisten. Vor dem Hintergrund einer generellen Gewaltfähigkeit des Menschen, als deren kriegerischen Ausdruck Staffelbach z.B. Srebrenica, Darfur und Rwanda nennt (die "mangels Gegengewalt" erfolgt seien), soll das seitenstarke Ethik-Handbuch Orientierung bieten. Am verdichtetsten zeigen sich Baumanns Ausführungen für Staffelbach in dessen "Kodex der Militärethik" in 57 Punkten. Zwar mache "Ethik den Menschen nicht moralischer", mahnt der Rezensent (der seine Habilitation übrigens zum Thema Managment-Ethik schrieb), sie gebe aber politische und militärische Referenzpunkte, ob, wann und wie militärische Gewalt angedroht und angewendet werden dürfe und solle. In diesem Sinne schätzt er das Buch als besonders wichtig ein.
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