Früher demonstrierte er als Fundamentalpazifist gegen den Nato-Doppelbeschluss. Der Völkermord in Ruanda brachte ihn dazu, seine Überzeugungen grundsätzlich in Frage zu stellen. Seit er sich entschied, der erste hauptamtliche evangelische Militärbischof Deutschlands zu werden, reist er in dieser Funktion regelmäßig in Krisengebiete wie Afghanistan, Mali oder den Nahen Osten. Er erlebt hautnah, wie gefährlich und seelisch belastend ein Militäreinsatz ist, und sieht die moralische Herausforderung, mit der die Soldaten, aber auch die Seelsorger konfrontiert werden. In seinem Buch setzt sich der Autor mit den wichtigsten ethischen und humanistischen Aspekten eines Militäreinsatzes auseinander, die sich im Kern immer um eine Frage drehen: Kann es überhaupt einen gerechten oder zumindest gerechtfertigten Krieg geben?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2019
Reinhard Bingener sieht in dem seiner Meinung nach leicht lesbaren Buch des Militärbischofs Sigurd Rink eine wertvolle Vorarbeit in Richtung einer praktikablen kirchlichen Friedensethik. Mit Thomas von Aquin und Augustinus macht sich der Autor laut Bingener Gedanken über einen "gerechten" Krieg. Besonders gefallen haben Bingener die Berichte über Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Rink begleitet hat. Ohne zu beschönigen schildert der Autor laut Bingener von Wirtschaftsinteressen des Westens in Mali. Was Rink zur Seenotrettung zu sagen hat, findet Bingener gleichfalls aufschlussreich, zumal der Autor stets kritische Distanz zur Bundeswehr wahrt, wie der Rezensent meint.
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