Dieter Dorn

Spielt weiter!

Mein Leben für das Theater. Autobiografie
Cover: Spielt weiter!
C.H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406645006
Gebunden, 400 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Mit 60 Abbildungen. Aufgewachsen in Leipzig als Arbeiter- und Bauernkind, entwickelte sich Dieter Dorn zu einer der bedeutenden Persönlichkeiten der jüngeren deutschen Theatergeschichte. Musste er zu Beginn seiner Karriere - am Staatsschauspiel Hannover - wegen ungebührlichen Verhaltens gehen, so legte sich ein paar Jahrzehnte später der bayerische Kultusminister persönlich ins Zeug, um ihn fürs Münchner Residenztheater zu gewinnen. Dieter Dorn erzählt von seinen holprigen Anfängen als Schauspielschüler, der Begegnung mit Bertolt Brecht, seiner Flucht aus der DDR, der Arbeit als Regisseur an Bühnen wie Essen, Hamburg und Berlin, an Opernhäusern wie Wien, Salzburg und der New Yorker Met und natürlich von seiner Zeit als Intendant an den Kammerspielen und dem Residenztheater in München.
Er beschreibt eindrücklich, wie intensiv und fordernd sich jede Annäherung an einen Bühnenautor und dessen Werk gestaltet, die wie neue Kontinente erschlossen werden wollen. Breiten Raum nehmen in Dieter Dorns Erinnerungen die Ensembles ein, mit denen er versucht hat, gemeinsame künstlerische Visionen zu verwirklichen. So begegnen wir in diesem reich bebilderten Werk vielen seiner Protagonisten und Weggefährten wieder - unter ihnen Gisela Stein, Sunnyi Melles, Heinz Bennent, Helmut Griem, Thomas Holtzmann, Rolf Boysen, aber auch sein Bühnenbildner Jürgen Rose -, von denen einige, wie etwa Cornelia Froboess, auch selbst zu Wort kommen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2013

Keine Selbstbeweihräucherung, sondern vor allem Theater- und Schauspielerbeweihräucherung schnuppert Dirk Pilz in Dieter Dorns umfangreicher Biografie. Der Privatmann Dorn tritt im Buch zwar auch auf, aber nur in einer Nebenrolle, meint Pilz, der den Band nicht zuletzt wegen seiner programmatischen Ausrichtung verschlungen hat: Mahnruf eines Theaterliebestollen. Pilz zählt die vielen Theaterstationen des Regisseurs und Intendanten, den sich der Rezensent als glücklichen Theatermann vorstellt, wenn auch nicht als großen Dichter, wie manche Phrase und die etwas holprige Sprache des Textes beweisen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.04.2013

In seiner Autobiografie "Spielt weiter!" schildert der Regisseur und Intendant Dieter Dorn zwar ausführlich die einzelnen Stationen seines Werdeganges, sehr persönlich wird er dabei aber nie, berichtet Christine Dössel, die dieses Buch trotzdem wärmstens empfiehlt, denn: noch nie hat Dorn so dezidiert sich und seinen "theatralisch-literarischen Wahrheitsanspruch" auf den Punkt gebracht, verspricht die Rezensentin. Es geht ihm um die "Möglichkeit einer Gegenwelt", das Transzendente, das Unbewusste, erklärt Dössel, die Dorn seine Dankbarkeit und Bewunderung gegenüber den Schauspielern anmerkt, die die Zuschauer in eben diese Entrückung führen mussten. Der Faden, der sich durch Dorns Leben zieht ist eher golden als rot. Immer war er der richtige Mann (!) zur richtigen Zeit am richtigen Ort unter den richtigen Leuten, selbst wenn Dorn einmal stürzte, fiele er auf die Füße, ist sich Dössel sicher.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013

Ach, du meine Güte, ein Theatermann, so überlebensgroß, wie Gerhard Stadelmaier uns glauben machen will, den gibt es doch gar nicht! Doch Stadelmaier schwört Stein und Bein, dass Dieter, Dieter Dorn, genau so einer ist. Ein ganz mutiger, sarkastischer wie den Elfenzauber seiner Schauspieler beschreiben könnender, zärtlicher, herzerwärmender, aber auch gnadenloser Regisseur und Theatermacher. Hier hat er, zusammen mit Sabine Dultz, sprachlich etwas ungeschickt vielleicht, meint der Rezensent, doch insgesamt ganz zu dessen Freude sein Lebens- und Arbeitsbuch vorgelegt, Rückblick und Mitarbeiterwürdigung und Demut zeigende Verbeugung vor seinem Ensemble in einem.
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