Nach vier Jahrzehnten Beschäftigung mit Geschichte, Bauschicksalen, Stadt- und Verwaltungsstruktur Berlins zieht der Autor einen Strich, die Unlust der Politik, irgendeinem der angezeigten Problemfelder wirklich an die Wurzel zu sehen, tut ein Übriges. Das ist der Anstoß, um jetzt gleichsam ein Berlin-Testament vorzulegen. Er weiß natürlich, dass sich weder Ansprüche noch Denkansätze vererben lassen. Vererbt werden Probleme - aber sie im Blick zu halten, kann nützlich sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2014
Den klügsten Stadtdenker nennt Michael Mönninger Dieter Hoffmann-Axthelm. Dass sich der Autor mit seinen Polemiken und Ideen zur Reform der Berliner Stadtplanung und zur Abschaffung von Klientelismus, Ressourcenverschleiß und Blockadepolitik in den "Katastrophen-Ressorts" des Berliner Senats in der Hauptstadt-Politik keine Freunde macht, ist dem Rezensenten allerdings auch klar. Das Buch findet Mönninger umso lesenswerter, zieht es doch eine Bilanz aus Hoffmann-Axthelms Arbeit. Die neun versammelten und zum Teil unveröffentlichten Aufsätze sind laut Mönninger wohltuend frei von Lokalpatriotismus und durchaus über Berlin hinaus anwendbar. Etwa betreffend des Autors Begriff von Urbanisierung, der mit Herstellung von Zugänglichkeit und Stadtzusammenhang zu tun hat, wie Mönninger erklärt. Dass der Autor Albert Speer als modernen Stadtplaner beschreibt, gehört für den Rezensenten zu den streitbaren Seiten des Buches.
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