Aus dem Französischen von Agnes Relle und Werner Stichnoth. Mit dem ganzen Wissen seines Jahrhunderts, das er fast zur Gänze selbst durchschritten hatte, schrieb der große Historiker, der in seinen letzten Jahren zum Ratgeber der Mächtigen wurde, diese beeindruckende Reflexion über das Böse in der Weltgeschichte. Dabei führt ihn seine Betrachtung vom Teufel der Juden über Erasmus von Rotterdam und Machiavelli zum 20. Jahrhundert mit seinen extremen Formen der Gewalt. Ein Essay, der die Zusammenhänge von Religion, Moral und Politik elegant und klar vor Augen führt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2014
Bernhard Lang hat das informative Nachwort von György Dalos nicht unbedingt nötig, um den ungarischen Historiker und Journalisten François Fejtö und die hier erstmals auf Deutsch publizierten Texte zu Nationalismus, Marxismus und Religion aus Fejtös letztem Buch zu mögen. Fejtös lebenslange Beschäftigung mit diesen Themen garantieren dem Rezensenten Lesevergnügen und Erkenntnisgewinn. Etwa wenn er sich vom Autor die spirituelle Erneuerung der Gesellschaft auseinandersetzen und einen Himmel vorstellen lässt, in dem Buddha, aber auch Heinrich Heine und Albert Camus weilen. Auch wenn das alles in Langs Ohren nicht neu klingt, anregend findet er es jedenfalls.
Jahrelang hat François Fejtö an diesem Großessay gearbeitet, informiert Marko Martin zu Beginn seiner Kritik, in der er Fejtö als antitotalitären Denker und Historiker Osteuropas vorstellt - und überdies als "einen an Jesus Christus glaubenden Juden und antikommunistischen Sozialdemokraten". Ob der Teufel eine Art Auslagerung des Bösen, ein moralisch bequemes Outsourcing, sei, um Gott als ausschließlich gut erschienen zu lassen, scheint die Frage des Buches zu sein. Martin zeigt, wie Fejtö bibelkundig die Figur des Bösen von den Propheten der jüdischen Bibel bis hin zu den totalitären Ersatzreligionen des 20. Jahrhunderts verfolgt. Von den Religionen übernahmen diese Ideologien "Techniken der Verteufelung". Für Martin erwächst daraus der Appell, sich totalitären Ideologien entgegenzustellen, ohne selbst ideologisch aufzutrumpfen. Ob Religionskritik bei diesem Vorhaben eine Rolle spielt, lässt er offen.
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