Er war ein jüdischer Flüchtling aus der Ukraine - heute steht sein Name für Genuss und Lebensart: Zino Davidoff. Nach Lehrjahren auf kubanischen Tabakplantagen stieg er im Genfer Tabakladen seines Vaters ein, wo er für die kostbaren Havannas den weltweit ersten Klimakeller einrichtete und sich bald prominente Kunden von König Faruk bis Orson Welles die Klinke in die Hand gaben. Seine erstklassigen Zigarren setzten Standards - und waren der Beginn eines weltweiten Imperiums des Luxus, das neben Zigarren auch Parfüms, Cognac und weitere Edelprodukte umfasst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2006
Enttäuscht zeigt sich Manfred Schwarz von dieser Biografie des Zigarrenbarons Zino Davidoff, die Dieter H. Wirtz vorgelegt hat. Dabei bietet das Leben des Ostjuden Davidoff seiner Ansicht nach exzellenten Stoff für eine hervorragende Biografie - so schuf der Zigarren-Impresario quasi aus dem Nichts ein weltweites Zigarrenimperium und legte zudem einen traumhaften Aufstieg in die Welt der Schönen, Reichen und Berühmten aufs Parkett. Schwarz findet bei Wirtz allerdings weder zum "Mythos" Davidoff noch zur "Wirklichkeit" viel Instruktives. Er führt dies auf die missliche Quellenlage zurück, macht aber auch das mangelnde Talent des Autors, der von Haus aus Chefredakteur eines Hochglanz-Magazins für Zigarren-Liebhaber ist, dafür verantwortlich. Immerhin räumt er ein, dass der Leser doch noch erfährt, worauf sich der sagenhafte Erfolg Davidoffs gründet. Reines Lesevergnügen stellt sich bei Schwarz gleichwohl nicht ein - wegen des "unerträglich polierten Stil des Lifestyle-Chronisten"
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