Der Autor beschäftigt sich mit der Geschichte imaginärer Bibliotheken und ihren jeweiligen Funktionen in der Literatur seit dem Mittelalter. In den neueren Epochen stellt er geradezu eine Bibliothekshysterie fest, die einen fortschreitenden "subversiven" Charakter annimmt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002
Rezensent Burkhard Müller führt vor, wie man ein akademisches Werk am besten nicht beginnen sollte. Sein Zitat des ersten Satzes aus dem Buch von dem Romanisten Dietmar Rieger spricht schon für sich: Man versteht nicht viel. Auch sonst erschließt sich dem Leser dieses Buch über Bibliotheken in der Literatur nur sehr schwer, stöhnt der Rezensent. Rieger setze umfangreiche Fremdsprachenkenntnisse voraus, was für Müller auch nicht dazu beiträgt, die "Festigkeit des akademischen Rituals" für den Leser aufzubrechen. Bis auf das erste Kapitel, aus dem man Kenntnisse zur historischen Entwicklung der Bibliothek im Mittelalter gewinnen könne, leide der Band an "der Crux des stoff- und motivgeschichtlichen Ansatzes", der den Leser nicht an das Thema heranführe, sondern ihn außen vor lasse. Und dann ist Müller noch enttäuscht darüber, dass die für ihn interessantesten Dinge, wie etwa die Ansichten des "nachmaligen Bibliothekars Casanova" zu Gemeinsamkeiten von Büchern und Frauen, in die Fußnoten abgedrängt werden.
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