Alle beschwören in der Corona-Pandemie die Solidarität - doch niemand weiß so recht, was das heißt: solidarisch sein! Höchste Zeit, diesen alten Begriff zu entstauben und neu unter die Lupe zu nehmen. Dietmar Süß und Cornelius Torp erzählen seine spannende Geschichte voller Widersprüche, großer Gefühle und enttäuschter Erwartungen. Sie zeigen, wie umkämpft die Idee wechselseitiger Verbundenheit zu unterschiedlichen Zeiten war - und wie notwendig Solidarität für die Bewältigung gegenwärtiger Konflikte ist. Wer möchte nicht in einer solidarischen Gesellschaft leben? Doch die Vorstellungen davon, was mit Solidarität gemeint ist, haben sich im Laufe der Zeit verändert. Früher ein Begriff der Linken, wird er heute sogar von rechtsextremistischen Kreisen verwendet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2021
Für Rezensent Dominik Fürst legen die Historiker Dietmar Süß und Cornelius Torp das Buch zur Stunde vor. Nur dass es den Autoren gar nicht ausschließlich um das Thema Solidarität in der Pandemie geht, sondern um einen historischen Vergleich und unter anderem das Aufzeigen einer Begriffsentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Von der Arbeiter- und Frauenbewegung über die NS-Zeit bis zu politischen Programmen der 1950er Jahre und zur Pandemie reicht der Bogen der Darstellung, so Fürst, der im Buch die strukturelle Verfasstheit von Solidarität, ihre individuelle Schlagkraft und ihre Grenzen kennenlernt. Der Leser bekommt laut Fürst Definitionen an die Hand, die ihm helfen können, wahre und falsche Solidarität zu unterscheiden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.09.2021
Rezensent Holger Heimann liest interessiert, was Dietmar Süß und Cornelius Torn über Solidarität zu sagen haben. Die zwei Historiker zeigen darin vor dem Hintergrund der Coronapandemie streng chronologisch den historischen Wandel des Begriffsverständnisses von "Solidarität" auf, erklärt Heimann. Die Frage nach der Motivation der Akteure, die diesen Begriff verwenden geht dem Rezensenten allerdings nicht tief genug und er bezweifelt, dass durch die gruppenfixierte Erzählmethode Wichtiges vergessen wurde. Dementsprechend wünscht sich Heimann am Ende eine Ergänzung des Buches mit individuelleren Begriffsverwendungen, denn nur so wäre ihm zufolge eine "ganzheitliche Geschichte der Solidarität" möglich.
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