Mit dem Konkurs der oberpfälzischen Maxhütte im Sommer 2002 endete ein bedeutendes Kapitel bayerischer Wirtschaftsgeschichte. 150 Jahre nach der Gründung erloschen die Hüttenfeuer in "Bayerns Ruhrgebiet", das einmal 10.000 Menschen Lohn und Brot gab. Der Autor untersucht die Hintergründe der Krise und beschreibt die Arbeitswelt von Industriearbeitern zwischen 1945 und der weltweiten Stahlkrise in den siebziger Jahren. Im Mittelpunkt stehen die Regionen zwischen Sulzbach-Rosenberg, Maxhütte-Haidhof, Schwandorf und Wackersdorf, die lange als "rote Inseln" in der konservativen Oberpfalz galten. Was aber blieb vom sozialdemokratischen Milieu nach Krieg und Verfolgung? Und wie veränderte sich das Profil von SPD und Gewerkschaften in den fünfziger und sechziger Jahren?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2003
Einen "Nachruf auf Bayerns proletarische Provinz" sieht Rezensent Werner Abelshauser in Dietmar Süß' Buch "Kumpel und Genossen". Im Mittelpunkt des Buches, einer Gesellschaftsgeschichte der Landkreise Sulzbach-Rosenberg und Burglengenfeld, stehen laut Abelshauser zwei Großbetriebe der Montanindustrie sowie die sie umgebenden sozialdemokratischen Milieus, die wie "rote Inseln" in der mittleren Oberpfalz liegen. Etwas überrascht hat Abelshauser, dass in Bayern nichts wesentlich anders war als in den vertrauteren Hochburgen der montanindustriellen Arbeiterbewegung an Saar und Ruhr - vom deutlich höheren Bierkonsum einmal abgesehen. Methodisch höchst anspruchsvoll, lobt Abelshauser, gelingt es dem Autor, sperrige Begriffe und schwierige Zusammenhänge so anschaulich darzustellen und zu verknüpfen, dass es dem Leser Freude mache, sich mit ihnen zu befassen. "Out mag das Thema ja sein", resümiert der Rezensent, "aber wenigstens, auf gut bayerisch gesagt, a scheene Leich."
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