Dizz Tate

Wir, wir, wir

Roman
Cover: Wir, wir, wir
Ecco Verlag, Hamburg 2023
ISBN 9783753000916
Gebunden, 254 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Heike Reisig. Falls Landing, Florida: ein kleiner Ort umgeben von Freizeitparks, sumpfigen Seen und von der brennenden Sommersonne ausgetrockneten Pflanzen. Eine Clique 13jähriger Mädchen kreist obsessiv um Sammy, die Tochter des ansässigen Priesters. Sie ist einige Jahre älter - und alles, was die Mädchen selbst sein wollen: beliebt, schön, mysteriös und mit einem der coolen Jungs zusammen. Auf die Clique übt Sammy eine geradezu hypnotisierende Faszination aus, sie projizieren alle ihre Träume auf das ältere Mädchen und gehen auf in ihrer geteilten Identität, ihrem Zusammengehörigkeitsgefühl, ihrer gemeinsamen Stimme. Bis Sammy plötzlich spurlos verschwindet - und auch im Inneren ihrer Clique Risse auftauchen. Eine brutale, eindrückliche Geschichte über die Bande, die wir in unserer Jugend knüpfen, und den Moment, an dem sie unwiderruflich reißen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.12.2023

Gern lässt sich Rezensentin Sarah Murrenhoff in die Welt von Dizz Tates Roman ziehen. In die fiktive floridianische Kleinstadt Falls Landing genauer gesagt, die, erfahren wir, ziemlich stilisiert daherkommt, mit rosa Häusern, umgeben von Vergnügungsparks und einem Schauersee. Sechs Mädchen, eines davon männlichen Geschlechts, bilden das "Wir" des Titels, führt Murrenhoff aus, die sechs formen eine verschworene Gemeinschaft, die eine Verbindung hat zum Verschwinden eines anderen Mädchens, Sammy. Ziemlich gewaltvoll geht es oft zu in dieser Welt, heißt es weiter, und außerdem wird klar, dass die Macht des Kollektivs - die sich sogar sprachlich niederschlägt, im Gebrauch der Wir-Form - auf die Dauer nicht wirksam bleiben wird. Das Buch ist mit den Wassern der Gruselliteratur gewaschen, so die Rezensentin, aber die Dinge bleiben in einem poetischen Schwebezustand, der viel mit jugendlichem Erleben zu tun hat - zumindest bis zu den letzten paar Seiten, die Murrenhoff weniger gefallen, weil sie die Anordnung ins Generische kippen lassen.

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