Er zählt zu den großen deutschen Künstlern der Moderne: Ernst Barlach schuf weltbekannte Skulpturen und blieb rätselhaft, seine Schöpfungen wirken erdschwer und schwebend zugleich. Gunnar Decker zeichnet das faszinierende Porträt des Mannes, der ebenso Archaiker wie Avantgardist war und dessen Leben wie kaum ein zweites die Verheißungen und Abgründe des 20. Jahrhunderts widerspiegelte. Es beschreibt das Drama eines Einzelgängers, der den Krieg hasste und sich zeitweilig zu Hitler bekannte - und dessen Existenz schließlich von den Nationalsozialisten zerstört wurde, die ihn als "artfremden Künstler" brandmarkten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2019
Für Frank Pergande erscheint Gunnar Deckers Barlach-Biografie gerade recht, fast pünktlich zum 150. Geburtstag des Bildhauers, Zeichners und Schriftstellers. Mit der Lektüre hat der Rezensent allerdings so seine Schwierigkeiten, tritt der Autor doch nicht eben uneitel auf und lädt den Leser nicht gerade ein, wenn er vor allem die mystische Düsternis und Isoliertheit von Barlachs eher langweiliger Existenz betont, wie Pergande erklärt. Geschwätzig findet Pergande das Buch bisweilen auch, dafür fehlt ein Namensverzeichnis, stellt er süffisant fest. Dennoch scheint ihn Deckers Blick auf die inneren Dramen des Künstlers zu faszinieren. Intensive Beschreibungen, packende Schilderungen und Interessantes über die Barlach-Rezeption in der DDR liest Pergande hier allemal.
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