Arno Breker gehörte neben Leni Riefenstahl und Albert Speer zu den drei Vorzeigekünstlern der Nazis. Er meißelte Hitlers Traum von der arischen Herrenrasse in Stein, distanzierte sich von jüdischen Freunden und Förderern, wie seinem Galeristen Alfred Flechtheim, und war einer der privilegiertesten und einflussreichsten Künstler des Dritten Reiches. Trimborn erzählt facettenreich die spannende Geschichte eines Mannes, der um jeden Preis berühmt werden wollte, und zeigt auf, dass Brekers Verstrickungen in das NS-Regime wesentlich tiefer reichten, als bislang bekannt war. Zudem nimmt er die erstaunliche Nachkriegskarriere des Bildhauers in den Blick, der seiner braunen Gesinnung bis ins hohe Alter treu blieb und dennoch namhafte Repräsentanten des Wirtschaftswunderdeutschlands wie Henkel, Quandt, Oetker porträtieren konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.12.2011
Grundsätzlich begrüßt Rezensent Jörg Aufenanger diese Biografie Arno Brekers, in der Jürgen Trimborn nachzeichnet, wie aus dem Avantgardisten Breker der oberste NS-Staatskünstler wurde. Richtig erscheint dem Rezensenten etwa, dass der Autor sein Sujet weder einseitig verdammt noch verteidigt. Darüberhinaus scheint sich der hin- und hergerissene Aufenanger nicht auf ein Urteil festlegen zu können. Positiv verbucht er, wie genau Trimborn Brekers Karriereverlauf nachzeichnet, von Goebbels berühmtem Atelier-Besuch in Rom 1933 bis zu den Steinwerkstätten in Wriezen, in denen der Bildhauer Zwangsarbeiter für sich schuften ließ. Auch wie schnell Breker nach Kriegsende wieder vom rheinischen Kapital umworben wurde, hat Aufenanger dieser Biografie entnommen. Negativ kreidet er dem Autor dagegen lustlose und weitschweifige Ausführungen zum geschichtlichen Hintergrund an. Auch findet er es sehr zweifelhaft, ob man in einer Aufzählung verstorbener "Weggefährten" von 1933 bis 1945 Opfer und Täter des Nationalsozialismus gleichermaßen aufführen sollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2011
Weiterarbeit am "dämonischen Mythos" Arno Brekers, das ist nicht, was Michael Böhm von einer Biografie über Adolf Hitlers Leibbildhauer erhofft. Von Einfühlung in die Person und einer Annäherung an die Frage, wie aus dem post-impressionistisch geschulten Künstlerfreund von Robert Delaunay der Staatskünstler des Dritten Reichs werden konnte, entdeckt er jedoch keine Spur in Jürgen Trimborns Buch. Die Lebensstationen Brekers nachzuzeichnen und die immergleichen Schuldzuweisungen (Opportunismus, Karrierismus) zu wiederholen, wie es der Autor macht, genügt dem Rezensenten nicht. Auch findet er Trimborns Vorwurf, Breker habe seine "braune Gesinnung" lange nach 1945 weiter gepflegt, nicht hinreichend belegt.
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