Aus dem Französischen von Andrea Kunstmann. Eine Erkundung unserer uralten und widersprüchlichen Beziehung zum Wald. Harze, Humus, Zedernzapfen. Für Dominique Roques, der unter Bäumen aufgewachsen ist, riecht jeder Wald ein wenig anders. Sein Vater hat die Kettensäge als Importeur nach Frankreich gebracht, und so war der Duft, dem Dominique zuerst begegnete, der Geruch frischen Sägemehls. Der Duft der Wälder ist für ihn das Sinnbild ihrer Natürlichkeit, zugleich aber auch ihrer Eroberung durch den Menschen. Dominique Roques, der selbst vom Holzfäller zum Duftsammler für Parfümeure wurde, unternimmt in seinem Buch eine sinnbetörende Wanderung durch die Wälder dieser Welt, um der uralten und widersprüchlichen Beziehung zwischen Mensch und Baum näherzukommen. Staunend verwebt er Legenden, alte Traditionen und Kuriositäten mit eigenen Erfahrungen seiner weltumspannenden Reisen. Er berichtet von vergessenen Berufen des Köhlers und Harzsammlers, die sich um den Wald verdient gemacht haben, und erinnert uns an die große Bedeutung des Waldes als letztes Refugium vor dem Lärm und dem Wüten der Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.08.2025
Rezensent Benjamin Knödler hätte sich fast verloren in den vielen Themen und Perspektiven auf den Wald und seine spannungsreiche Beziehung zum Menschen in Dominique Roques Buch. Doch dem Autor, der sich als ehemaliger Holzfäller gut auskennt, gelingt es laut Knödler, alle Fäden seiner Kulturgeschichte zusammenzuhalten und den Leser kundig zu leiten. So erfährt Knödler über den Duft von Sägemehl, die Ausbeutung der Wälder und ist baff über die ein oder andere erstaunliche Zahl: Seit 370 Millionen Jahren gibt es Bäume auf der Erde!
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