Aus dem Englischen von Hainer Kober. Tropische Wälder in der Antarktis. Ein Wasserfall von unvorstellbarer Größe, der das trockene Mittelmeerbecken mit Leben füllt. Eine Python, die in der kenianischen Savanne frühe Verwandte des Menschen auf Bäume jagt. Die Vergangenheit ist lebendig - und sie hinterlässt Spuren. Der Paläontologe Thomas Halliday entziffert sie und lässt anschaulich verlorene Welten wiederaufleben, erklärt, wie Ökosysteme entstehen und verschwinden, wie alte Spezies durch neue verdrängt werden, wie Lebewesen wandern, sich anpassen und entwickeln. In bester Nature-Writing-Tradition führt Halliday durch 500 Millionen Jahre Erdgeschichte und sieben Kontinente - und zeigt, wie wertvoll die fossilen Spuren auch für den Kampf gegen Klimawandel und Artensterben sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2022
Wie das Mittelmeer sich vor 5,333 Millionen Jahren wieder mit Wasser füllte, wie es sich in der Welt des Kambriums im chinesischen Chengjiang von 525 Millionen Jahren lebte oder in der stark bewaldeten Antarktis des Eozän - davon, vom Werden und Vergehen früher Ökosysteme, erzählt der Paläobiologe Thomas Halliday in seinem neuen Buch mit großer Brillanz, lobt Rezensent Ulf von Rauchhaupt. Wie ein "guter Reiseführer" führt ihn Halliday durch die Epochen der Evolution, deren markanteste Entwicklungen er an Fossilienfunden beschreibt, so Rauchhaupt, der unvermutet auch mal vor Schwänen steht, die Elefanten überragen, und erklärt ihm die oft blitzschnellen Veränderungen der Biosphäre. Klimaaktivisten könnte es allerdings verstören zu erfahren, wie oft sich Ökosysteme mit, aber auch ohne Zutun des Menschen schon verwandelt haben, warnt der Kritiker noch.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.10.2022
Thomas Halliday arbeitet wie ein Paläontologe: Er lässt längst untergegangene Welten wieder auferstehen. Er weiß, wie man mit Beschreibungen von bärenähnlichen Tieren wie dem Arctodus Spannung erzeugt, ohne dabei ins Reißerische, Unwissenschaftliche zu verfallen, meint Rezensent Michael Lange. Er lernt vieles über ausgestorbene Arten, die Evolution und auch darüber, dass die Menschen ebenfalls nur eine vorübergehende Erscheinung sind. Beeindruckend, resümiert Lange.
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