Alle warteten gespannt auf Gregorij Perelman - doch der kam nicht. Dabei hatte er eines der schwierigsten mathematischen Rätsel aller Zeiten gelöst: die Poincare'sche Vermutung. Das russische Genie, das Haar und Fingernägel ungeschnitten trägt, verzichtete auch auf ein Preisgeld von einer Million Dollar. Ihm reichte, dass der Beweis stimmt. In seinem äußerst lebendig und verständlich geschriebenem Buch zeichnet der Mathematiker Donal O'Shea die Geschichte der Poincare'schen Vermutung von ihren Grundlagen bei Pythagoras bis zur Lösung nach. Er schildert Leben und Arbeiten der größten Mathematiker von Gauß über Riemann bis Perelman und gibt einen faszinierenden Einblick in eine Wissenschaft und die Menschen, die sie betreiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2007
Wolfgang Blum ist von Donal B. O'Sheas Darstellung der Lösung eines alten mathematischen Problems sehr beeindruckt und hat es mit Spannung gelesen, auch wenn er zugeben muss, dass sich die mathematischen Inhalte ohne entsprechendes Studium dem gewöhnlichen Leser nicht enthüllen. O'Shea erzählt darin die Geschichte von Poincares Vermutung, deren Ursprung in die Antike zurückreicht und erst heute von dem gleichermaßen genialen wie exzentrischen russischen Mathematiker Grigori Peelmann bewiesen wurde. Da O'Shea der Überzeugung ist, dass auch die Mathematik nicht ohne das gesellschaftliche Umfeld zu betrachten ist, schildert er jeweils auch die biografischen Umstände der Mathematiker, die sich an dem Rätsel die Zähne ausgebissen haben, so Blum, dem diese umfassende Betrachtungsweise sehr zusagt. Mit Spannung liest sich dadurch dieses sehr anschauliche Buch, das sich im Kern doch um ein Thema äußerster Abstraktheit und Komplexität dreht, so der Rezensent eingenommen.
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