Mit Beiträgen von Dinçer Güçyeter, Kim de l'Horizon, Daniel Schreiber, Mithu M. Sanyal u.v.m. Mit einem Comic-Strip von Joris Bas Backer und mit einem Nachwort von Mithu M. Sanyal. Eine Inventur der Männlichkeit. Die sogenannte "Männlichkeit" steckt in einer Krise. 18 mutige Selbstbefragungen von prägenden Autor*innen unserer Zeit setzen sich zu einer vielstimmigen Bestandsaufnahme zusammen. Ein Debattenbuch für alle, die finden, dass es höchste Zeit ist für ein Umdenken.Ein Mann, der sich die eigene Übergriffigkeit eingesteht. Eine non-binäre Person, die ihr Genital nicht googeln kann. Ein Gefangener zwischen Krieger oder Loser. Diese Texte erzählen von männlichem Leistungsdruck, von Männerfreundschaften, Söhnen und ihren Vätern. Sie ergründen die Kapitalisierung von Männlichkeit, beschreiben Intimität und Verlust. Künden von dem gelernten dröhnenden Schweigen, das sich auflöst, sobald sich diese 18 Erkundungen zusammensetzen und ein Moment entsteht, der etwas ausleuchtet und erleuchtend ist. Die erste Bestandsaufnahme ihrer Art von prägenden Autor*innen der Gegenwart.
Das Thema Männlichkeit und Männerforschung hat nicht nur Klaus Theweleit mit seinen epochemachenden "Männerfantasien" aufgegriffen, weiß Rezensentin Shirin Sojitrawalla: Sie hat einen Band vor sich liegen, der 16 Beiträge ganz unterschiedlicher, klug ausgewählter Autor:innen versammelt, die sich dem Thema Mannsein widmen. Kim de L'Horizon ist "agnostisch, was Gender angeht", Dinçer Güçyeter schreibt über "männliche Zu- und Abrichtungen." Nur Peter Wawerzineks Beitrag zu männlichen Politikern kann sie nicht überzeugen - und auch, dass Mithu Sanyal hier a la Beauvoir von Mannwerdeung spricht, scheint ihr nicht innovativ, wenn auch sehr treffend, wie sie schließt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.07.2023
"Voll ins Schwarze" trifft der von Donat Blum und Valentin Moritz herausgegebene Band über Männlichkeit in der gegenwärtigen Gesellschaft, findet Rezensent Kais Harrabi. Die Texte machen deutlich, dass Männern während ihrer Erziehung Emotionen abtrainiert und der Wettbewerb untereinander anerzogen wird und zeigt, welche Verhaltensweisen die Folge sind, resümiert Harrabi. Dieser Männlichkeit wird das Konzept der positiven Männlichkeit gegenübergestellt - schade, dass dies nicht weiter ausgeführt wird und manche Texte sich "im unbedingten Willen zur Literazität" verlieren, moniert Harrabi. Der Rezensent ist letztendlich der Meinung, dass der Band ein guter Einstieg in die Diskussionen rund um das Thema Männlichkeit ist, leider aber keine weiterführende Perspektive bietet.
Rezensentin Marie-Luise Goldmann liest den von Donat Blum und Valentin Moritz herausgegebenen Band als Bestandsaufnahme heutiger Männlichkeit. Zwar erkennt sie die Gefahren des Schreibens über Männlichkeit, wenn sie durch Moritz' Selbstgeißelungsorgie blättert, erfrischend aber wirkt auf sie etwa der Beitrag von Kristof Magnusson, der von Irritationen angesichts der Aufmachung männlicher Pflegeprodukte berichtet, oder auch ein Text von Jayrome Robinet, der das Klischee vom männlichen Sexualtrieb untersucht. Auch die ästhetischen Zugänge zum Thema im Buch erscheinen Goldmann die Lektüre wert.
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