Christoph Türcke

Natur und Gender

Kritik eines Machbarkeitswahns
Cover: Natur und Gender
C.H. Beck Verlag, München 2021
ISBN 9783406757297
Gebunden, 233 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Corona und der Klimawandel nötigen zu einer elementaren Rückbesinnung auf die Natur. In einer brillanten Abhandlung zeigt der Philosoph Christoph Türcke, wie verhängnisvoll der Glaube ist, die Natur sei nichts als die Verfügungsmasse unserer Konstruktionen.
Konstruktivismus wie Dekonstruktivismus haben gleichermaßen den Glauben gefördert, die Natur sei nur das, was wir aus ihr machen. Sie sind pseudokritische Ableger eines High-Tech-Machbarkeitswahns. Gender gilt bereits als ein Konstrukt, für das es nur noch ein Kriterium gibt: persönliches Zugehörigkeitsempfinden. Dabei rückt aus dem Blickfeld, dass wir Menschen selbst bloß Naturwesen sind. Wenn wir die Natur - auch unsere eigene - nach Belieben zurechtkneten wollen und ihren Eigensinn ignorieren, schlägt sie umso heftiger auf uns zurück.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2021

Rezensent Thomas Thiel lässt sich vom Leipziger Philosophieprofessor Christoph Türcke die Widersprüche der Gender-Theorie auseinandersetzen. Türckes Buch, das Gendertheorie auf "elegante" Weise als Teil eines konstruktivistischen Denkens ausmacht, das die Materialität der Dinge (und der Menschen) immer mehr zum Verschwinden bringt und statt dessen einer "kryptoreligiösen Selbstschöpfung" per Theorie huldigt, empfiehlt Thiel jedem, der Halt sucht in der Debatte um Geschlechterzuschreibungen. Wie der Autor den Konstruktivismus für seine Blindheit gegenüber dem evolutionspraktischen Teil von Sexualität kritisiert, muss man lesen, findet Thiel.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.02.2021

Für Rezensent Jens Balzer hätte Christoph Türcke ruhig mal seinen philosophischen Elfenbeinturm verlassen und mit echten Transgender-Menschen sprechen dürfen. Seine mit der Kritischen Theorie und Freud gefütterte Diskussion von Ich-Dissoziation und Geschlechtswechsel durch Reizüberflutung und seine Eintreten für einen biologischen Faktizismus hätte Balzer dann vielleicht besser verdauen können. Mehr als ein Traktat gegen "Gender-Wahn" sieht Balzer in dem Buch aber dennoch. Über die Versuche des abendländischen Denkens von der Bibel bis in die siebziger Jahre, sich der Natur zu entledigen, erfährt er nämlich einiges.

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