Norbert ist ein Melancholiker und Nachtschwärmer. Er träumt vom Glücklichsein und schöneren Zeiten: vielleicht vom Baden am Nil, vielleicht von einer Freundin. Norbert hält es in seiner Kammer nicht mehr aus. Mitten in der Nacht treibt ihn die Einsamkeit nach draußen. Verloren irrt der Sternenzähler durch die Vorstadt mit ihren tristen Fabrikbauten und dem verdreckten Kanalufer. Plötzlich taucht Licht auf, ein Mensch, ein springendes Hündchen und Giovannis Würstchenbude. Heiß-hungrig verschlingt Norbert mehr, als ihm gut tut, bis ihm schließlich hundeelend ist und er nach Hause schwankt. Dort findet er im Briefkasten einen Liebesbrief seiner Freundin: Hoffnungsschimmer, Happy End, schöner, lichter Morgen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Weil auch Erwachsene sich nachts einsam fühlen können, preist Jakob Werth das Buch des Illustrators Norbert Junge mit einem Text von Donna Bee nicht nur für Kinder. Die Geschichte des heimwehkranken Nilpferds, das in einer fremden Stadt leben muss und vor Einsamkeit nicht schlafen kann, zeigt Junge in "ausdrucksvollen, atmosphärischen Bildern", die dennoch "plakativ" sind, wie der Rezensent findet. Den Autoren gelinge es, mitfühlend und komisch zugleich zu beschreiben, wie das am Hafen nachtwandelnde Nilpferd sich immer mehr in seinen Sorgen vergrabe, und dass hier ein Freund am besten helfen könne.
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