Über "Rasse" im Grundgesetz wird derzeit viel gestritten. Ist es ein rassistisches Wort, das es zu ersetzen gilt, oder eine für die Bekämpfung von Diskriminierung notwendige Kategorie? Doris Liebscher geht der Frage historisch, rassismustheoretisch und rechtsdogmatisch auf den Grund. Sie rekonstruiert, wie der Begriff ins Grundgesetz kam, und untersucht, wie Gerichte und Rechtswissenschaft heute das auf "Rasse" bezogene Diskriminierungsverbot aus Artikel 3 GG auslegen. Auch das Recht der DDR sowie europäische, US-amerikanische und weitere internationale Rechtsdebatten unterzieht sie einer kritischen Analyse, um schließlich für ein postkategoriales Antidiskriminierungsrecht zu plädieren: die Ersetzung des Rechtsbegriffs "Rasse" durch "rassistisch".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2021
Rezensent Alexander Haneke lernt mit Doris Liebschers Buch das Verhältnis von Recht, Rasse und Rassismus kennen. Wie der Begriff der Rasse aufkam, dass er immer willkürlich gebraucht wurde und wie die alten Denkmodelle, die Liebscher bis in die frühe Neuzeit zurückverfolgt, noch immer u. a. in der juristischen Literatur weiterwirken, erläutert die Autorin laut Haneke umfangreich, weit ausholend und mit scharfem Skalpell. Haneke erkennt das Dilemma des antirassistischen Rechts, die Kategorie der Rasse bei ihrer Bekämpfung zunächst anerkennen zu müssen. So liest der Kritiker das "dicht geschriebene" Buch vor allem als Anstoß zu kritischer Reflexion.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…