Die theoretische Beschäftigung mit dem Essen ist zentraler Bestandteil diverser Disziplinen - etwa in der Soziologie und der Ethnologie, der Philosophie und der Psychologie sowie auch in den Religions- und Kulturwissenschaften. Die Zubereitung und Aufnahme von Nahrung sind zudem von großer gesellschaftlicher Relevanz und medial omnipräsent - neuerdings vor allem in Diskussionen um gesunde, ökologisch nachhaltige und tierfreundliche Ernährung. Der Band bietet einen Überblick über maßgebliche Theorien des Essens: von bahnbrechenden Ansätzen in der Moderne, etwa von Georg Simmel und Sigmund Freud, über die ethischen Überlegungen Peter Singers bis hin zu Texten von Julia Kristeva und Jacques Derrida, die hier erstmals in deutscher Übersetzung erscheinen.
Rezensent Tilman Allert vergeht der Appetit bei der Lektüre der hier versammelten "Theorien des Essens". Die enzyklopädische Pracht, die von Georg Simmel über Elias Canetti und Roland Barthes bis Jacques Derrida reicht, bewundert der Kritiker zwar: Er lernt in den verschiedenen Ausschnitten verschiedene Dimensionen des Essens kennen und folgt interessiert dem sogenannten "culinaric turn". Allerdings vermisst er neben einer plausiblen Systematik, die Prise Salz, die aus diesem Band mehr als einen "Handapparat" macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2017
Rezensent Nicolas Freund hat diesen von den Germanistinnen Kikuko Kashwagi-Wetzel und Anne-Rose Meyer herausgegebenen Band mit verschiedenen "Theorien des Essens" mit Gewinn gelesen. Auch wenn dem Kritiker die hier versammelten Texte von Walter Benjamin bis Peter Singer gelegentlich ein wenig "abstrakt" erscheinen, erfährt er doch einiges über die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Essens in verschiedenen Kulturen. So lernt Freund in den Texten von Roland Barthes etwa die japanische Esskultur kennen oder erfährt, wie das Essen nach Barthes mit dem Begehren, der Ethik und der Sprache verknüpft ist. Relevante Theorien des Essens, wie sie etwa in literarischen Texten von Jonathan Swift oder J. M. Coetzee zu finden sind, vermisst der Rezensent hier allerdings.
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