Douglas Coupland

JPod

Roman
Cover: JPod
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2011
ISBN 9783608501032
Gebunden, 519 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Clara Drechsler und Harald Hellmann. Ethan Jarlewski und fünf popkulturversehrte Kollegen, deren Nachnamen ebenfalls mit "J" anfangen, hocken Tag für in Tag in JPod, einer hermetisch abgeriegelten architektonischen Vorhölle, die Teil einer riesigen Spieldesignfirma ist. Die JPodder liegen mit ihrem Marketingteam im Clinch, das sie Tag für Tag mit der Forderung nach idiotischen Änderungen an ohnehin schon idiotischen Spielen quält. Privat wird Ethan derweil durch so unterschiedliche Phänomene wie mordende Mütter, Menschenschmuggel und chinesische Illegale, die seine Wohnung besetzen, auf Trab gehalten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.11.2011

Eitel, kokett und vor allem sterbensöde findet Christoph Schröder Douglas Couplands jüngstes Werk, das allerdings bereits fünf Jahre seit seiner amerikanischen Erstveröffentlichung auf dem Buckel hat, was Schröder allenthalben spürt; es gibt kein Facebook in diesem Roman! Auch sonst gibt es wenig, was Schröder mitreißt. Kurz hat der Rezensent darum die Idee, es könnte an der Erwartung liegen, bei Coupland, diesem Seismograph generationsspezifischer Veränderungen, eine allgemeingültige Aussage vorzufinden, die hier aber irgendwie nicht da ist beziehungsweise  veraltet wirkt. Wahrscheinlicher aber ist, dass es sich bei diesem Buch einfach um ein aufgetuntes "Nerd-Theater" handelt, wie Schröder es nennt, wenig originell und ziemlich ermüdend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.11.2011

Einfach begeistert ist Kilian Trotier von Douglas Couplands neuesten Roman, der mit sechs Jahren Verzögerung auf den deutschen Markt kommt, also noch ohne Twitter, Facebook und iPhone. Trotzdem, schwört Trotier, sei nichts an dem Buch veraltet. Den Plot beschreibt der Rezensent so: Ethan Jarlewski soll zu seinem große Ärger für seine Firma eine "knuddelige Schildkröte" in sein gerade fertig gewordenes, hypercooles Skateboardspiel einbauen, als seine Mutter ihren Liebhaber umbringt und sein Vater sich in Highschool-Mädchen verknallt. Wenn einem die Haken, die diese Geschichte im Folgenden schlägt, irrwitzig erscheine, sei das genau richtig, versichert Trotier: Denn Coupland, der Exeget der Zukunft hat erkannt, dass die moderne Lebenswelt zu einem einzigen verrückten Spiel geworden sei, wenn nicht gar zum gigantischen Kasperletheater.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2011

Sehr "zeitgeisty" findet Rezensentin Andrea Diener den bereits 2006 im englischen Original erschienenen Roman "JPod" von Douglas Coupland. Auch wenn sie erkennen muss, dass der Roman in der Wartezeit auf die deutsche Übersetzung bereits Staub angesetzt hat. Denn während wir bereits dank zahlreicher Apps ganz unauffällig dem Alltag entfliehen können, entwickeln die als Leveldesigner tätigen Protagonisten noch Computerspiele, um eine virtuelle Weltflucht zu ermöglichen. Die Rezensentin trifft hier auf einen Haufen soziophober Gestalten, die abgeschirmt von der Außenwelt in ihrem Büro mit Ebay-Annoncen oder virtuellen Rollenspielen ihre eigenen Identitäten entwerfen und von einer neuen Kollegin passenderweise als "deprimierende Anhäufung popkultureller Einflüsse" bezeichnet werden. Das trifft insbesondere auf den Erzähler Ethan zu, so Diener, der sich nicht nur durch seinen irrsinnigen Büroalltag kämpft, sondern auch gegen seinen unfähigen Abteilungsleiter und seine unreifen Eltern durchsetzen muss. Für die Rezensentin ein erfrischend überdrehter und schlagfertiger Roman mit vielen witzigen Einfällen.

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