Aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof u. a. In den vorliegenden Essays erweist sich Drago Jancar als scharfer Gegner jeglicher Form von Totalitarismus und Unfreiheit sowie ihrer Restspuren in der slowenischen Gesellschaft und anderswo in Osteuropa. Neben der Auseinandersetzung mit dem ideologisch-politischen Wildwuchs in Mittel- und Südosteuropa enthält der Band Überlegungen des Autors zur osteuropäischen Literatur als integrativem Bestandteil der europäischen oder etwa den schriftstellerischen Versuch der Deutung von Handkes "Wiederholung" sowie eine neue Lesart von Kafkas "Prozess".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2002
Drago Jancar, der neben Romanen und Erzählbänden regelmäßig "kritisch-engagierte" Essays zur Lage der Zeit veröffentlicht, gehört für Rezensentin Ilma Rakusa zu den bedeutendsten und produktivsten Autoren Sloweniens. Zur Freude der Rezensentin sind Jancars Essays der letzten zehn Jahre nun in einem "repräsentativen deutschen Auswahlband" erschienen, der als Fortsetzung der Aufsatzsammlung "Erinnerungen an Jugoslawien" von 1991 anzusehen ist. Die Themenschwerpunkte haben sich im vorliegenden Band verschoben, berichtet Rakusa: Der Mitteleuropa-Gedanke interessiere unter dem Gesichtspunkt, dass er "ein Modell für die Eurobürokraten" liefern könnte, der Zerfall der Imperien werde als Reprise (oder Finale) der nationalstaatlichen sowie nationalistischen Tendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts gedeutet, der grassierende Tito-Kult als Erfolgsstory eines glamourösen Diktators ironisch in die Schranken gewiesen. "Die Zeiten ändern sich, nicht aber die Menschen in ihrem Machtstreben", bringt Rakusa eine Überzeugung Jancars auf den Punkt. Jancars Essays sind nach Ansicht Rakusas getragen von Solidarität und "kritischer Verantwortung". Sie hebt hervor, dass sich Jancar Pauschalisierungen verbietet und seine Wahrheitssuche auf dem Detail gründet. In Slowenien werden Jancars Essays nach Auskunft Rakusas "selbst in Politikerkreisen" kontrovers diskutiert. "Ihre Klugheit, ihre mitunter polemische Verve", so die Rezensentin lobend, "liefern allemal Zündstoff".
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