Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2009
Ein Totalverriss. Der Übersetzer Ali Ghazanfari hatte offensichtlich das Pech, auf einen Rezensenten zu stoßen, der des Persischen mächtig ist und die Lyrik Rumis im Original zu lesen versteht. Immer wieder doziert Gustav Falke jedenfalls darüber, wie es im Persischen ist und in der Übersetzung also sein sollte. Er moniert auch viele Flüchtigkeitsfehler und ein schlechtes Lektorat, die er der "Problematik von Digitaldruckwerken" zurechnet. Was will Falke damit eigentlich sagen? Dass es besser wäre, das Buch von Hand zu kopieren oder in Blei zu setzen? Gibt es noch andere als "Digitaldruckwerke"? Wie auch immer: Ein Einwand Falkes sticht: Ghazanfari scheint in seiner Übersetzung zu unterschlagen, dass sich Rumis Liebeslyrik an einen Schüler richtet und somit nach heutigem Verständnis als homosexuell (wenn nicht gar pädophil?) zu gelten hat. Da Rumi auch ein zentraler Autor der religiösen Tradition des Sufismus ist, wird das heute offensichtlich ein wenig verklemmter gesehen als seinerzeit.
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