Faridaddin Attar, Annemarie Schimmel

Vogelgespräche und andere klassische Texte

Vorgestellt von Annemarie Schimmel
Cover: Vogelgespräche und andere klassische Texte
C.H. Beck Verlag, München 1999
ISBN 9783406448812
Gebunden, 357 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Wer war Faridaddin Attar, dem 114 Werke, entsprechend der Zahl der Koransuren, zugeschrieben werden? Wer war dieser Dichter, dessen Werke zur klassischen Literatur des Sufismus zählen, der die persische mystische Literatur so nachhaltig beeinflußte? Über sein Leben geben die bisher erschlossenen Quellen wenig preis: Er soll in Nischapur im nordöstlichen Persien geboren und um 1221 ebendort gestorben sein. Attars Name zeigt an, dass er Drogist war. Man darf ihn sich vorstellen, wie er denen, die sich als Kunden in seinem Laden einfanden, nicht nur Heilkräuter und Duftstoffe, sondern auch Geschichten mit auf den Weg gab, die sie erbauen und ihnen den Weg zum höchsten Ziel, zu der im Meer ihrer Seele verborgenen Perle zeigen sollten. Das 12. Jahrhundert war eine Zeit politischer Unruhe, eine Zeit, die reif war für mystische Literatur von hohem Rang. Obwohl die überlieferte Anzahl von Attars Werken als übertrieben angesehen werden muss, war sein literarisches Schaffen äußerst fruchtbar: Mehrere umfangreiche Epen, eine Sammlung von Heiligenbiografien und zwei Lyriksammlungen legen davon Zeugnis ab. Von seinen Epen sind die Vogelgespräche das im Westen bekannteste Werk.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2000

Ulrich Holbein bedauert es sehr, dass bisher kaum Texte Atters in deutscher Sprache erschienen sind. Das vorliegende Buch ist für ihn kaum mehr als ein "Tröpfchen aus dem Gesamtmeer" des äußerst produktiven Autors. Darüber hinaus hat er an der Edition jedoch einiges auszusetzen. So weisen zahlreiche Verweise, wie er anmerkt, auf nicht übersetzte Texte hin und auch die deutsche Übertragung kommt nicht gut weg: "Hausfrauenlyrik" und "altdeutsche Besinnlichkeit" diagnostiziert Holbein hier, die dem Mystiker nicht gerecht werde. Auch Ausdrücke wie `na bravo` oder `arbeitslos` findet er reichlich deplaziert in diesen Texten. Die Namensschreibung unterscheidet sich - ohne Begründung - von Schimmels früherer Schreibweise und von Kindlers Neuem Literatur-Lexikon, so Holbein. Dennoch blitzt seiner Ansicht nach unter den "gutgemeinten Schimmel-Versen" die Qualität der Dichtung durch, was allein diese Ausgabe schon lohnend mache. Die Texte scheinen ihn in ihrer Drastik teilweise zu überraschen: Dagegen wirken "Salman Rushdies Vergehen harmlos", so Holbein.
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