Aus dem Italienischen von Sabine Schulz. Wie wollen, werden und können wir in den gegenwärtigen und zukünftigen Zeiten des Terrors noch reisen - und "wohin"? Schließlich ist sich heutzutage jeder bewußt, nicht zu wissen, wo man "noch sicher sein kann". Denn Touristen in ihrer Rolle als Repräsentanten einer "westlichen" Welt der unvergleichlich Reichen, denen zu ihrem Glück nur das schöne Wetter fehlt, sind ideale, da medienwirksame Ziele eines Terrorismus, der "keine Grenzen kennt". Die Gefahr, daß der weltweite Terrorismus Flughäfen, Hotelressorts und Clubdörfer ins Visier nimmt, läßt ein obsessives Bedürfnis nach Sicherheit einen immer "militarisierteren" Tourismus, geschützt mit allen Mechanismen technologischer und polizeitechnischer Kontrolle wuchern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2006
Auch wenn es an einigen Stellen holpert - im Großen und Ganzen ist der Rezensent Volker Breidecker mit dem Plädoyer des italienischen Tourismusforschers Duccio Canestrini einverstanden. Seiner Meinung nach enthält das Buch, das handlich genug für jede Form des Reisens ist, eine "Fülle kluger Gedanken" - was nach Breideckers Einschätzung bei diesem Thema keineswegs selbstverständlich ist, denn das Nachdenken über den Tourismus ist oft genug von der "zu Ferienzeiten ebenfalls üblichen Suspension des Denkens" betroffen. Da stört es auch nicht, dass Canestrini sich dem Thema auf eine manchmal etwas "weitschweifige" Art und Weise nähert.
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