Schulamokläufer
und Terroristen sichern sich durch das kalkulierte Ausüben von Gewalt einen
Platz in den Schlagzeilen der Weltpresse. Sie folgen damit einer bewährten
Kommunikationsstrategie, die ebenso menschenverachtend wie durchschaubar ist.
Dieses Kalkül der Täter geht insbesondere dann auf, wenn Medien die
destruktiven Botschaften der Täter ungefiltert weitertragen. Sie verbreiten auf
diese Weise Angst in der Gesellschaft, belasten die Opfer und liefern im
schlimmsten Fall eine Inspiration für Nachahmer. Mit Hilfe von Erkenntnissen
aus Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Kriminologie zeigen die Autoren
Möglichkeiten auf, schonend über derartige Taten zu kommunizieren. Ihre
pragmatischen Leitlinien für einen konstruktiven medialen Umgang mit Gewalt
erlauben es, die Gefahr von Nachahmungstaten zu verringern und das Leid der
Opfer zu lindern.
Christian Meier lobt den von Frank J. Robertz und Robert Kahr herausgegebenen Band, in dem der Kriminologe und der Medienwissenschaftler den Umgang der Medien mit Gewalttätern, insbesondere Amokläufern und Terroristen kritisieren. Wenn die Autoren zu einer zurückhaltenden, Täter und Tat nicht inszenierenden Berichterstattung raten, erinnert Meier zwar an das utopische Element einer solchen Forderung in Zeiten des Internets, kann die Forderung aber nachvollziehen, die darauf abzielt, keine Nachahmungstäter zu motivieren. Das Dilemma der Medien zwischen Zurückhaltung und Informationsauftrag tritt Meier mit diesem Buch deutlich vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.08.2016
Ronen Steinke zählt einige Gründe auf, die dafür sprechen, weiterhin medial über Amokläufe zu berichten: Die Angehörigen der Opfer hätten ein Recht auf öffentliche Anteilnahme, Sicherheitsbehörden müssten sich öffentlich verantworten, schreibt der Kritiker. Dennoch hat er den Sammelband zur medialen Inszenierung von Amok und Terrorismus der Kriminologen Frank J. Robertz und Robert Kahr mit Gewinn gelesen. Denn nicht nur die Vielzahl von Autoren, etwa aus den USA, Finnland, Brasilien oder Australien begrüßt der Rezensent, vor allem folgt er hier einem überzeugenden Plädoyer gegen sogenannte "Täter-PR". Nicht zuletzt würdigt der Rezensent die "akribische" Schilderung der neu entstandenen "virtuellen Peergroup", die die Selbstinszenierung von potentiellen Amokläufern ermöglicht, wie die Autoren etwa am Beispiel der Täter von Emsdetten oder Columbine nachzeichnen.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…