Aus dem Englischen übertragen von Günter Plessow. Edward Estlin Cummings, (1894-1962), muss deutschen Lesern nicht mehr vorgestellt werden. Eine ganze Reihe von Übersetzungen, darunter "39 alphabetisch" von Mirko Bonne bei Urs Engeler, haben eine Art Längsschnitt durch sein lyrisches Lebenswerk gelegt und seine längst "klassische" Modernität gewürdigt. Demgegenüber ist dieser Gedichtband ausschließlich Cummings frühen Sonetten vorbehalten; er versetzt uns zurück an seine Anfänge, in die späten 10er und die frühen 20er Jahre des 20sten Jahrhunderts, als die Moderne noch dabei ist, "modern" zu werden. Wie lustvoll Cummings mit der Form des Sonetts spielt und dabei all das entwickelt, wofür er geliebt und bewundert wird, zeigt dieser Band.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2009
Ein Buchstabenzauber, von dem sich Tobias Döring gern gefangen nehmen lässt. Dass "Lyrik" von "Leier" kommt, lernt Döring mit diesem zweisprachigen Band sehend und hörend zugleich. Bedeutet E.E. Cummings frühe Beschäftigung mit dem Sonett doch neben dem Einlassen auf die formal strenge Vorgabe auch spielerisches, "teils anarchisches" Aufbrechen der Form durch besondere Handhabung der Rechtschreibung und der Interpunktion sowie der Wort- und Zeilenabstände. Klingen tut diese Leier für den Rezensenten mal kunstvoll entrückt wie bei George, mal robust und draufgängerisch. Abwechslung, die Döring in ihrer Unbefangenheit große Freude macht. Günter Plessows nicht auf Buchstäblichkeit beharrende "klug kalkulierte" Übersetzung trägt sehr dazu bei.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2009
Dies sind frühe Gedichte des nachmals berühmten E.E. Cummings. Dem ersten Anschein nach streng traditionell, nämlich in Sonettform, und das gleich in 63 Variationen. Auf den zweiten Blick lässt sich, so der Rezensent Jürgen Brocan, der spätere Experimentator Cummings schon völlig eindeutig identifizieren. Zumal auch später die Pointe seiner Gedichte immer im Kontrast von "traditionellen und experimentellen Formen und Inhalten" bestand. So findet sich hier schon der exzentrische Umgang mit Interpunktion und Kleinschreibung, so zeichnen sich die Sonette gleichfalls aus durch "Wortakrobatik". Ein großes Lob geht an Günter Plessow, der, so Brocan, "virtuos" im Deutschen nachvollziehbar macht, was sich nur nachvollziehbar machen lässt.
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