1 CD, ca. 43 Minuten. Produktion der Hörfassung durch den NDR 1994. Englisch-Deutsch. Nachgesprochen von Oskar Pastior. Stücke wie Landschaften zu schreiben, so Gertrude Steins Vorsatz, das gilt auch für diese 1921 geschriebene See- und Alpenlandschaft, mit Blick von einem Wellenkamm zum andern Gipfel, in 24 Szenen oder Bildern, Ansichten einer sich wiederholenden Sprechhandlung - ein Stück Improvisation und damit ein Fall für Oskar Pastior, der das Nachsprechen für die Hörfassung ganz wörtlich nimmt: "Die erste Nachahmung gelingt sehr gut. Die zweite Nachahmung ahmt sehr gut nach. Die dritte Nachahmung ist nicht ganz umsonst. Die vierte Nachahmung zwingt zu größerer Genauigkeit." Wieder lesen und wiederholen - dieselbe Bewegung, die zu einem ganz andern Tanz verführt, oder zu einem andern Tänzer. Einige der Bilder haben es mit Zwangsveranstaltungen zu tun - Familie, Schule, Armee -, Gertrude Steins Sprechen und Oskar Pastiors Nachsprechen lösen, erlösen sie: "Mein Kopf kann das nicht behalten wie und an was ich mich erinnern kann und wie es um mich steht und was ich machen soll. Ich habe alles im Kopf. Was bist du für einer. Wer bist du."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.01.2005
Gertrude Steins Stück gefällt dem "ve" zeichnenden Rezensenten in Oskar Pastiors Übersetzung und Lesart fast noch besser als das Original in amerikanischer Sprache. Der "Sprachvirtuose" Pastior habe Steins experimentelle Textkunst "auf seine Art" ins Deutsche übertragen. Seine Arbeit verschafft dem Stück eine "erstaunliche Aktualität", notiert der Rezensent. Denn Pastior vermag es, dem Text zusätzliche "subversiv eingeschobene Sinnebenen" zu verleihen. Die vorliegende Edition seiner für ein Hörspiel 1994 eingesprochenen Version weist außerdem ein Nachwort auf, das dem Rezensenten zeigt, wie nahe Pastior Gertrude Stein in seinem Umgang mit der Sprache steht.
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