Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2005
Rezensent Martin Zingg freut sich, dass Edmond Fleg doch nicht ganz "vergessen" ist. Charles Linsmeyer hat den einzigen Roman des gebürtigen Genfers für das deutschsprachige Publikum wieder entdeckt und das 1926 erschienene "anrührende kleine" Buch dem Leser zugänglich gemacht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger jüdischer Mann, der seine Religion verstehen will. Antworten erhält er weder vom Rabbi noch von den Eltern, und auch die katholische Freundin lässt ihn mit seinen Fragen allein. Und so bringt Fleg den Protagonisten dazu, sich einen "eigenen, erfrischend undogmatischen Reim" auf die "religiösen Herausforderungen" seiner Umwelt zu machen. Von dem "leicht Dahinerzählten" sollte sich der Leser dabei nicht täuschen lassen, warnt der Rezensent. Schließlich verberge sich unter dieser "harmlos scheinenden Decke" einer der "schrecklichsten" Konflikte der Vergangenheit, den Fleg dem Leser heute wieder vor Augen führt.
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