Aus dem Englischen von Anna von Rath. Epidemische Krankheiten kommen zufällig in die Welt, aber ihre Folgen werden durch menschliches Handeln katastrophal verstärkt. Schwarze Menschen sind schwerer von solchen Ereignissen betroffen und haben ein höheres Sterberisiko. Kolonialismus, Ausgrenzung und Rassismus potenzieren Krankheitsausbrüche und vergrößern das Leid. Edna Bonhomme unternimmt eine Reise durch die Zeit der Krankheiten und Seuchen und weist die Gründe für diese fatale Ungleichheit nach: von Choleraausbrüchen auf Plantagen im US-amerikanischen Süden im 19. Jahrhundert, über Robert Kochs Experimente an Menschen in Ostafrika bis zu den jüngsten Folgen der Covid-Pandemie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.06.2025
Wer wird krank und wer wird behandelt - wie, wo, weshalb und wozu? Fragen, die in der konventionellen Medizingeschichte selten gestellt werden. Edna Bonhomme hat ein Buch geschrieben, in dem sie aufzuzeigen versucht, wie auch die Medizin von gesellschaftlichen Machtverhältnissen bestimmt ist. Ein enorm wichtiges Anliegen, meint Rezensentin Susanne Billig und bedauert umso mehr, dass es an der Umsetzung leider hapert. Auf knapp 400 Seiten beschreibt Bonhomme die medizinische Behandlung in amerikanischen Sklaven-Plantagen und in kolonisierten Ländern, sie befasst sich mit der Lage in Slums und Haftanstalten, stellt durchaus "packende Augenzeugenberichte" neben Schilderungen eigener Erfahrungen und politische Betrachtungen. Leider ergibt sich aus dieser Vielfalt an Bezügen jedoch kein geschlossenes Bild, stellt Billig fest. Und auch stilistisch wirkt das Buch wenig geschlossen, teilweise geradezu schludrig, findet sie. Vor allem vom Lektorat hätte die Rezensentin sich hier deutlich mehr Aufmerksamkeit gewünscht.
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