Herausgegeben von Peter Brandt und Jörge Pache. Im März 1966 stellt Egon Bahr ein Manuskript fertig. Unter dem Titel "Was nun?" skizziert er, damals Pressesprecher des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, darin eine neue Ost- und Deutschlandpolitik. Er übergibt es stolz seinem Chef - und der Text verschwindet in der Schublade. Angesichts der Möglichkeit einer Großen Koalition berge die Denkschrift zu viel Sprengstoff, fürchtet Willy Brandt. Doch die beiden machen sich schon bald daran, Bahrs Konzept im Zuge der "Neuen Ostpolitik" Schritt für Schritt zu verwirklichen: Sie lassen die Hallstein-Doktrin hinter sich, setzen auf "Wandel durch Annäherung" und bringen die Ostverträge auf den Weg. Brandts Kniefall in Warschau steht bis heute sinnbildlich für diese Politik. Dem Kanzler wird sie den Friedensnobelpreis einbringen, seinem wichtigsten Berater und engsten Freund den Ruf des brillanten außenpolitischen Analytikers. 30 Jahre nach dem Mauerfall wird Egon Bahrs Denkschrift nun endlich veröffentlicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2020
Auch wenn Alexander Gallus hier nichts für die Gegenwart lernt, empfiehlt er den von Peter Brandt und Jörg Pache herausgegebenen Band dem geneigten Leser. Egon Bahrs Schrift aus dem Jahr 1968 eröffnet ihm nicht nur die "provokativen Thesen eines der letzten großen Intellektuellen" der SPD zum Thema deutsche Einheit, sondern bietet mit den Herausgeber-Kommentaren auch jede Menge Kontext-Informationen zur Geschichte des Kalten Krieges und zur Vita Bahrs, sachlich, jedoch mit unübersehbarer Sympathie für Bahr, erkennt Gallus.
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