Petra Weber

Getrennt und doch vereint

Deutsch-deutsche Geschichte 1945-1989/90
Cover: Getrennt und doch vereint
Metropol Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783863314804
Gebunden, 1292 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Vom Kriegsende bis zur Wiedervereinigung: Die erste Gesamtdarstellung deutsch-deutscher Geschichte, die das wechselvolle und komplexe Verhältnis der beiden deutschen Staaten in den Mittelpunkt rückt.Wer verstehen will, warum die innerdeutsche Grenze bis heute nicht wirklich verschwunden ist, darf die Geschichte der DDR nicht zu einer Fußnote herabstufen. Petra Weber schlägt einen großen Bogen und erzählt die deutschdeutsche Geschichte in den Jahren 1945-1990 als Parallel- und Kontrast-, als Perzeptions- und Beziehungsgeschichte. Sie rückt die Einbindung der beiden deutschen Staaten in die Machtblöcke in Ost und West und den mühsamen deutsch-deutschen Dialog in den Blick und analysiert die politischen Systemunterschiede sowie die Reaktionen in Bonn und Ost-Berlin auf gesellschaftliche Auf- und Umbrüche. Die Ausbildung von Konsum- und Wertmustern wird reflektiert und der Frage nachgegangen, ob sich die Deutschen jenseits der Teilung noch als gemeinsame Geschichts- und Kulturnation verstanden. So entsteht ein spannendes deutsch-deutsches Panorama, das Feindseligkeiten, Konkurrenzen, Trennendes und Missverständnisse ebenso beleuchtet wie verbindende Traditionen, wechselseitige Referenz- und Beziehungsgeflechte, innerdeutsche Transfers und Kooperationen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2020

Der hier rezensierende Historiker Joachim Scholtyseck lobt die wissenschaftliche Präzision und die Quellenstärke des Buches von Petra Weber. Und er gibt zu bedenken, dass der Band sich nicht unbedingt als Nachtlektüre eignet, sondern ein "Mammutwerk" der vergleichenden Analyse darstellt, das es darauf anlegt, West- und Ostdeutschland in allen erdenklichen Facetten, von Politik und Gesellschaft über Konsum und Arbeitswelt bis zu den jeweiligen Skinheadszenen zueinander ins Verhältnis zu setzen, ohne Demokratie und Diktatur über einen Kamm zu scheren. Die Empathie der Autorin bei der Darstellung des Wegs zur deutschen Einheit scheint ihm bemerkenswert, ebenso die besonderen Akzentsetzungen, die etwa die Fünfziger in der BRD nicht als reine Erfolgsgeschichte verkaufen. Dass Weber nicht apodiktisch vorgeht, sondern Dinge zur Diskussion stellt, hält der Rezensent außerdem für eine schöne Geste.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2020

Christoph Kleßmann bewundert die Zeithistorikerin Petra Weber für ihr opus magnum über die deutsch-deutsche Vergangenheit. Gelungen findet er, wie die Autorin einen "Berg von Quellen und Fachliteratur" verarbeitet und bemüht ist, sämtliche wichtigen Teilbereiche der Geschichte zu berücksichtigen. Dass sie dabei auf steile Thesen verzichtet, dagegen auf genaue Recherche und "menschenfreundliche Prosa" setzt, gefällt dem Rezensenten gut. Der laut Kleßmann nicht stur eingehaltenen Chronologie der Ereignisse folgend, eigene Gewichtungen wagend und besonders informative, da unvermutete Aspekte zulassend (etwa mit dem Historikerstreit), bietet die Autorin laut Rezensent eine präzise wie differenzierte Darstellung. Dass Weber den "integrierten Zugang" sucht, auch wo er unpassend ist, fällt Kleßmann sehr wohl auf, ebenso dass der Band keine "bilanzierende Retrospektiven" bietet. Für den Rezensenten lässliche Sünden angesichts einer "fulminanten" Gesamtleistung.

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