Inmitten des gegenwärtigen Weltenbrandes liefert Leitners Tagebuch notwendiges Löschmaterial noch und noch. Führt uns satirisch, kenntnisreich und menschenfreundlich durch Jahrhunderte und Jahrtausende und sämtliche Kontinente. Stellt sich couragiert ohne Ansehen der Person den Mördern in allen Parteien permanent in den Weg und denen, die sie wählen. Berichtet wahrheitsgemäß von Menschen sonder Zahl, die schicksalhafte, quälende, lebenszerstörende Vorgänge durchbrachen und Unglück in Glück zu drehen vermochten. Bis heute jetzt da hier. Von großen Namen und von noch größeren kleinen. Es geht alles gut aus. Wahrheitsgemäß eben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.07.2021
Rezensent Burkhard Müller liest den dritten Teil von Egon Christian Leitners "Sozialstaatsroman" immer wieder mit freudiger Ablehnung oder ablehnender Freude. An dem Autor und seinem unmöglichen Verständnis von Lesbarkeit, mit seinen Thesen vom Guten im Menschen, die Müller dazu verleiten, Leitner einen "umgestülpten Verschwörungstheoretiker" zu nennen, kann der Rezensent sich reiben. Und Müller macht das mit Vergnügen, weil Leitner ihm den Dialog anbietet, weil er das wilde Denken pflegt und im Register der "Kebabladen" gleich nach der "Kathedrale von Chartre" (sic) kommt. Leitners konsequentes Durchhalten der anarchischen Gedankenform scheint dem Rezensenten die "aktive Humanität", um die es dem Autor geht, ganz gut nahezubringen.
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