Eine Erzählung vom Niedergang einer Knopffabrik, vom Druck der Ökonomie, vom Ruin und von den dadurch erlittenen Beschädigungen, weiters eine Erzählung vom Versuch Heinrich Zweymüllers, der Hauptfigur, sich aus dem Griff der Religion erneut in die Religion zu flüchten, von der Unmöglichkeit eines Lebens darin, weil auch sie den wirtschaftlichen Bedingungen gehorcht und vom Verkauf kleiner Leuchttürme lebt. Alles gerät ins Absurde, eine Groteske, die sich so abspielen könnte, von einem Subtext eingeklammert, der nichts anderes ist als die österreichische Konkursordnung, aber auch eingeklammert von dem Gesetz der Leviten und Propheten...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2003
Karl-Markus Gauß ist begeistert! Die Geschichte, die Gauß uns als eine Verknüpfung aus Metaphysik und Betriebswirtschafslehre vorstellt, hat zwei Handlungsstränge, so der Rezensent: da ist einmal der "Betriebsroman" rund um die titelgebende Knopffabrik, mit dem Knopfentwerfer Heinrich Zweymüller als Hauptfigur, zum anderen gibt es das "Lichtwerk", die Zentrale einer Sekte, "die mit der Knopffabrik über die Gestalt des in seiner Kindheit traumatisierten Heinrich verbunden ist". Blaeulich erzählt mit "Rasanz" und bietet eine "Vielfalt an Motiven", schwärmt Gauß. Virtuos entwerfe er eine "artistische Kunstsprache", die "bürokratische Floskeln, brutalen Geschäftsjargon, theologische Spitzfindigkeiten, expressives Pathos" benutze. Den Autor stellt uns Gauß als einen "häretischen, unterschätzten Außenseiter der an Außenseitern nicht gerade armen österreichischen Literatur" vor So habe er sich zwar als Herausgeber vergessener Österreichischer Autoren verdient gemacht und bedeutende osteuropäische Surrealisten wie Gellu Naum oder Jakub Deml als erster im deutschen Sprachraum veröffentlicht. Er selber harre aber nach wie vor seiner Entdeckung. Mit diesem Werk muss ihm der endgültige Durchbruch gelingen, ist Gauß überzeugt.
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