Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2002
Sehr entzückt ist Walter Hinck von den Beschreibungen der "freiwilligen Reisen", die der jüdische Wiener nach vielen Fluchten in Europa und Südamerika endlich unternehmen konnte. Es werden Reisegeschichten geboten, die mehr aus dem Berichten all der Hindernisse, Grenzkontrollen, labyrinthischen Beamtenhierarchien und ähnlichen Kalamitäten bestehen als in schwelgerischen Landschafts- oder Städtebeschreibungen. Es sind die Erlebnisse eines klugen Mannes auf "geistvolle Weise reflektiert", die den Reiz dieses Buches für Walter Hinck ausmachen. Sehr gern hat er sich offenbar vom Autor mitnehmen lassen in die Erzählung einer "japanischen Polizeikomödie", zu der ein Museumsbesuch in Japan sich entwickelt oder zu einem friaulischen Festmahl beim Bürgermeister, dem die Ernüchterung folgt, als Herr Schwarz plötzlich einen Vortrag halten sollte, von dem er gar nichts gewusst hat. "Ein glücklicher Fund" findet Walter Hinck.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.06.2002
Das soll ein Germanistikprofessor sein? Paul Michael Lützeler guckt ungläubig auf die Seiten eines Reisebuches, das ihm eher wie das Werk eines höchst umtriebigen und gescheiten Kosmopoliten vorkommt. Literaturwissenschaftler, die den Globus so extensiv bereist haben wie Schwarz, kennt er nur wenige. Und dann die Empathie dieses Mannes, seine enorme Bereitschaft zu Toleranz und Dialog! Ob auf Reisen durch Ecuador, durchs dichtbesiedelte Bombay, das Spanien der 50er oder das Jerusalem kurz vor dem Sechstagekrieg, stets, so lässt uns Lützeler wissen, lohnt die Lektüre und macht Mut, "sich gegen den grassierenden Fremdenhass zu wenden und ... an anderen Lebensweisen teilzuhaben".
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