Nachwort, Glossar und herausgegeben von Friedrich Voit. Mit dem 1934 erstmals erschienenen Roman "Weg ohne Ende" liefert Gerson Stern eine historisch genaue Schilderung jüdischen Lebens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Lose mit dem Schicksal einer Familie verknüpft, schildert der Roman im ersten Buch die spannungsreiche Ansiedlung von Juden in einer bis dahin `judenfreien` protestantischen Kleinstadt im Norddeutschen, das alltägliche und noch von den Religionsgesetzen geprägte Leben in der Enge des Frankfurter Ghettos und ein scheinbar emanzipiertes Hoffaktor-Dasein in der Residenzstadt Dessau. Im zweiten Buch des Romans wird die vitale Vielgestaltigkeit der jüdischen Gemeinde in Prag entfaltet, die jäh endet, als die Juden im Zusammenhang mit Preußisch-Österreichischen Auseinandersetzungen verfolgt und schließlich Anfang 1745 auf Anweisung Maria Theresias aus Prag vertrieben werden..
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2000
Zunächst erklärt der Rezensent mit dem Kürzel "lx." in einer Kurzkritik, wer Gerson Sterns überhaupt war - ein jüdischer Schriftsteller, dessen Roman "Weg ohne Ende" in der bereits ghettoisierten jüdischen Gemeinde Deutschlands 1934 ein großer Erfolg war, und der danach in der Vergessenheit versank. Friedrich Voit, ein in Auckland lehrender Germanist, hat ihn neu herausgebracht. Das Buch erzählt eine "Familienchronik in Norddeutschland und Prag" zwischen 1722 und 1745 und endet mit den Pogromen unter der Kaiserin Maria-Theresia. Der wiederentdeckte Roman sei ein Dokument der jüdischen Wahrnehmung der "Labilität der eigenen Identität in den dreißiger Jahren", schreibt "lx.".
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