Die friedliche Revolution 1988 bis 1990 und die Wiedervereinigung sind einzigartig ebenso unwahrscheinlich in ihrem Verlauf wie in der Schnelligkeit und Wucht, mit der sie die Richtung der Weltgeschichte änderten. Zwanzig Jahre später unternimmt es Ehrhart Neubert zum ersten Mal, eine Gesamtdarstellung zu schreiben. Als Mithandelnder am Runden Tisch damals und Wissenschaftler heute vermag er das vielschichtige Geschehen nicht nur aus erster Hand zu erzählen, sondern es auch zu deuten und zu strukturieren. So kann er zeigen, wie der eine historische Augenblick möglich wurde, in dem sich die deutsche Revolution von unten entfalten, eine buchstäblich betonierte Herrschaft stürzen und die Weltpolitik verändern konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2009
Die anfängliche Skepsis über eine subjektive Geschichte der friedlichen Revolution in der DDR hat Günther Heydemann fast schon vergessen. Zu stark ist der Eindruck, den der Band von Ehrhart Neubert bei ihm hinterlassen hat. Durch seine distanzierte Genauigkeit (gespeist aus einem "enormen" Quellenfundus und "umfassender" Literaturkenntnis) und Ausgewogenheit, aber auch durch seine Spannung hat ihn das Buch ganz und gar überzeugt und mit historischen Tatsachen über die revolutionäre Erringung der Macht konfrontiert, die, so Heydemann, in der Erinnerungskultur der Deutschen noch immer keine Selbstverständlichkeit sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2008
Rezensent Christian Kind findet sehr respektabel, was Ehrhart Neubert zum politischen Ende der DDR zusammengetragen hat. Der Autor, einst selbst aktiver Bürgerrechtler, führt auf eine in Kinds Augen durchaus überzeugende Weise aus, warum dieser politische Umbruch in der DDR den Namen Revolution verdient. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den Anfänge des Aufbegehrens gegen den sozialistischen Staat, wobei Neuberts Innenperspektive zu durchaus interessanten Einblicken führe. An einigen Stellen jedoch ist der Rezensent etwas befremdet, wernn etwa Neubert seine Rollen als Historiker und "als Erzähler aus persönlicher Sicht" nicht klar genug voneinander abgrenzt. Doch unter dem Strich zeigt sich Kind von dieser "umfassenden Gesamtdarstellung" beeindruckt.
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