Elisabeth Benz

Ein halbes Leben für die Revolution

Fritz Rück (1895-1959). Eine politische Biografie
Cover: Ein halbes Leben für die Revolution
Klartext Verlag, Essen 2014
ISBN 9783837512939
Kartoniert, 440 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Fritz Rück stand als junger Spartakist an der Spitze der württembergischen Novemberrevolution, die in Stuttgart schon eine Woche früher als in Berlin begann. Vom Musikpavillon auf dem Schlossplatz forderte er die Beendigung des Krieges und die Abschaffung der Monarchie. Er wurde Vorsitzender des ersten Arbeiterrates, ein Ministeramt in der neuen SPD-Regierung lehnte er ab. Lange Zeit lebte er im Berliner Wedding, wo er mit seiner ersten Frau Dora eine kleine Buchhandlung betrieb. Dem Terror der Nazis entzog er sich durch Flucht, sein Leben war in Gefahr. In 17 harten Exiljahren in der Schweiz und in Schweden konnte er sich eine neue Existenz aufbauen. Mit seiner schwedischen Frau und vier Kindern kehrte er 1950 in das zerstörte Stuttgart zurück. Er erhielt eine Stelle als Redakteur der Gewerkschaftszeitung "Druck und Papier", 1955 wurde er zum Bundesvorsitzenden des Touristenvereins "Die Naturfreunde" gewählt. Wie alle zurückgekehrten Emigranten stieß er in der antikommunistisch geprägten Adenauerzeit auf Ablehnung und Skepsis.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2015

Petra Weber ist enttäuscht von Elisabeth Benz' Biografie über Fritz Rück, einen vergessenen Funktionär der Arbeiterbewegung. Allzu oft bleibt die Autorin laut Weber in den Ansätzen stecken, Rücks politischen Entscheidungen und Wendungen zu erklären, und beschränkt sich meist auf die Nachzeichnung von Lebensstationen, die sie Rücks eigenen Schriften aus der Zeit zwischen 1917-1959 entnimmt. Dass es sich zumindest bei den autobiografischen Zeugnissen oft um stilisierte Texte handelt, scheint die Autorin nicht zu stören, wie Weber kritisiert. Besser wäre es laut Weber gewesen, sich der Persönlichkeit hinter den Texten anzunähern und dessen Brüche und Widersprüche herauszuarbeiten, um entscheiden zu können, ob Rücks politisches Handeln von Dogmatismus oder Opportunismus geprägt war.
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