Helga Grebing, die streitbare politische Intellektuelle und bekannte Historikerin der deutschen Arbeiterbewegung, deren kritische Beschäftigung fünfzig Jahre lang im Mittelpunkt ihres publizistischen und wissenschaftlichen Engagements stand, zieht in den hier versammelten Essays Bilanz und zeigt Perspektiven auf: für eine sozialdemokratische Arbeiterbewegung, die nicht in überlebten Traditionen erstickt, ihren Grundwerten und Zielen aber treu bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2000
Dietmar Süss vermisst in den Debatten um die Zukunft der Arbeit und die Zukunft der Sozialdemokratie deutliche und kritische Stimmen wie die der Historikerin Grebing. Ein kleiner Sammelband mit verstreut veröffentlichten Aufsätzen Grebings lasse nun ihren Weg als große Analytikerin der Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert sowie als kritische Begleiterin der bundesrepublikanischen Sozialdemokratie noch einmal nachvollziehen. Für Süss hat sich Grebing - deren Karriere nicht so glatt verlief wie die vieler männlicher Kollegen, wie der Rezensent hervorhebt - von der SPD inhaltlich entfernt, ohne jedoch auf die alten Fragestellungen und Werte wie Solidarität und soziale Gerechtigkeit zu verzichten. "Es könnte sein, dass die Parteien auf ihren ... schäbigen Milieuresten sitzen bleiben", zitiert Süss die Historikerin, deren Zukunftsvision er unverzichtbar, wenn auch etwas zu pessimistisch findet. Aber, so Süss, man muss ihr ja nicht zustimmen, man sollte sie bloß lesen.
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