Unter dem Begriff "care" analysiert Elisabeth Conradi das grundlegende ethische Phänomen der Zuwendung in zwei Hinsichten: als Bezogenheit von Menschen aufeinander und als konkrete Aktivität der Fürsorge. Ausgehend von einer Ethik der Achtsamkeit liefert sie eine fundierte Kritik zeitgenössischer Pflichtenethik. Sie gibt einen Überblick über Geschichte sowie aktuelle Positionen der feministischen Ethik und erschließt mit Blick auf die Ethik der Pflege notwendige Grundlagen für die pflegewissenschaftliche Forschung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.01.2002
Elisabeth Conradi versteht ihre Dissertation als Angriff auf eine männlich dominierte philosophische Ethik, die Gegenseitigkeit als wichtigste Voraussetzung für Gerechtigkeit betrachtet. Implizit, so ihr Vorwurf, setzt das die Autonomie aller Beteiligten voraus. Wer nicht autonom ist, bleibt außen vor. Als Gegenprinzip, das auch nicht autonome Individuen einbezieht, sieht sie die "Sorge" um das Wohl des anderen, das Konzept "Care" (zu deutsch: Achtsamkeit) - der Titel ist so die schnoddrige Formulierung eines sehr ernst gemeinten Anliegens. Andreas Brenner zeigt in seiner Besprechung sehr viel Respekt für die Position der Autorin, ja, er teilt im wesentlichen ihre Vorbehalte gegen herkömmliche Sozialphilosophie. Nur für gar so revolutionär wie es Conradi darzustellen versucht, hält er den Entwurf nicht: eine "Ethik der Achtsamkeit" sieht er bereits "in der Antike grundgelegt".
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