Elisabeth Joris

Liberal und eigensinnig

Die Pädagogin Josephine Stadlin - die Homöopathin Emilie Paravicini-Blumer: Handlungsspielräume von Bildungsbürgerinnen im 19. Jahrhundert
Cover: Liberal und eigensinnig
Chronos Verlag, Zürich 2011
ISBN 9783034010436
Gebunden, 636 Seiten, 50,00 EUR

Klappentext

"Freiheit" war für Emilie Paravicini-Blumer (1808-1885) das Losungswort, mit dem sie gegen ihre Verheiratung mit einem geistig beschränkten Mann protestierte, den Unabhängigkeitskampf der Polen unterstützte und das therapeutische Monopol der Ärzte zu Fall brachte. "Gleichheit" war der Ausgangspunkt von Josephine Stadlins (1806-1875) Forderung nach einem gesamtschweizerischen Lehrerinnenseminar, ihrer Einmischung in die öffentlichen Schuldebatten und ihrer Ansprüche als pädagogisch und historisch versierte Privatgelehrte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2011

Es gibt viel biografische Literatur über starke, eigensinnige Frauen und ihre unsichtbare Macht hinter den protzigen Fassaden der Männerwelt. Urs Hafner ist deshalb freudig überrascht, dass es sich bei der Studie der Schweizer Sozialforscherin Elisabeth Joris nicht um eine "lineare Lebensgeschichte" handelt. Anhand von Briefen stellt sie stattdessen, die sehr persönlichen Lebensgeschichten zweier Frauen dar. Joris Studie beschäftigt sich mit der Wirkung des Bildungsbürgertums in der Entstehungsgeschichte der modernen Schweiz im 19. Jahrhunderts und der Rolle, die zwei Bürgerinnen darin gespielt haben. Auch wenn der Wissenschaftsjargon sich nicht immer vermeiden lässt, gefällt Hafner, wie die Autorin diese persönlichen Geschichten mit dem allgemeinen theoretischen Rahmen ihrer Studie verbindet. Hafner hat mit Elisabeth Joris Buch nicht nur eine geschlechtertheoretische Studie gelesen, sondern auch ein "Geschichte der Gefühle" über die Verschränkung von Persönlichem und Politischem.

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