Nach 1933 ging ein Riss durch die Familie Scholl: Während die Eltern in Hitler einen gefährlichen "Rattenfänger" sahen, ließen sich die Scholl-Kinder faszinieren von HJ und BDM. Doch Sophie Scholl glaubte auch an Freiheit und Nächstenliebe und fühlte sich immer mehr abgestoßen von der Menschenverachtung des NS-Regimes. Über ihren Freund, den jungen Offizier Fritz Hartnagel, mit dem sie eine innige, aber schwierige Liebesbeziehung verband, erfuhr sie die grausame Wahrheit über den Ostfeldzug. Kurz bevor sie am 18. Februar 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Münchner Universität die Flugblätter der Weißen Rose verteilte und dabei verhaftet wurde, sagte sie: "Es fallen so viele Menschen für das Regime, es ist an der Zeit, dass jemand dagegen fällt." Mit 21 Jahren wurde Sophie Scholl hingerichtet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2013
Als Appell an unser politisches Verantwortungsbewusstsein liest Roswitha Budeus-Budde diese für Jugendliche ab 14 konzipierte, auf reichem Quellenmaterial basierende Biografie über Sophie Scholl. Dass die Historikerin Maren Gottschalk am Sockel der Scholl wackelt, indem sie auch deren Zeit in der Hitlerjugend thematisiert, findet die Rezensentin richtig. Das im Buch entwickelte politische Panorama Deutschlands 1920-1943 scheint ihr unentbehrlich zum Verständnis von Scholls Motivation. Zusammen mit den enthaltenen Interviews mit Scholls Schwester entsteht für die Rezensentin das Bild einer intelligenten und hochsensiblen Persönlichkeit.
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