Aus dem Italienischen von Maja Pflug und Klaudia Ruschkowski. Mit einem Vorwort von Cornelia Wild. "Meine liebe Elsa, alle Leute, die dein Buch gelesen haben, fragen mich, wie du bist: Und ich weiß es nicht zu sagen. Ich sage, du hast einen Pony, hast kleine Zähne mit einer Lücke in der Mitte; erzähle vom Kater Giuseppe", schreibt Natalia Ginzburg an Elsa Morante im Oktober 1948, kurz nach Erscheinen des Romans "Lüge und Zauberei". Die Briefe aus den Jahren 1938 bis 1985 erzählen von den intensiven Freundschaften etwa der Gruppe um den Turiner Verlag Einaudi. Sie gewähren Einblick in die Diskussionen der Literaturwelt und zeigen, wie sehr die künstlerischen Auseinandersetzungen, schonungslose Urteile ebenso wie Ermutigungen und Ratschläge das Schreiben beeinflusst haben, und sie erlauben einen Blick in die Werkstatt bei der Entstehung von Romanen wie Morantes Arturos Insel und Ginzburgs "Die Straße in die Stadt" oder Filmen wie Pasolinis "Das 1. Evangelium - Matthäus". Sie zeugen auch von der Bedeutung ganz praktischer Fragen um Geld, Auszeichnungen und Erscheinungstermine. Und von dem nie zu stillenden Durst nach Anerkennung.
Mit großer Freude liest Rezensentin Undine Fuchs diese Briefsammlung der großen, italienischen Nachkriegsautorin. Die Auswahl fiel dabei auf die Briefe, die die Autorinnenwerdung Morantes veranschaulichen, wie Fuchs dem Vorwort der Romanistikprofessorin und Herausgeberin Cornelia Wild entnimmt. Selbst nachdem Morante ihren inzwischen berühmt gewordenen Roman "La Storia" veröffentlichte, zweifelte sie an den eigenen Fähigkeiten, bemerkt die Rezensentin. Doch im Austausch mit ebenfalls bekannten Schriftstellerkollegen wie Italo Calvino und Natalia Ginzburg werde Morante auch als Gestaltwandlerin greifbar, die mit Textformen spiele und ihre Briefe auch oft mit "Arturo" unterzeichne, dem Namen einer ihrer Katzen. Ihre Korrespondenzen sind also "literarische Kunstwerke für sich", die sich durch eine "Poetik der Freundschaft" auszeichnen, die Kritikerin in durchweg fasziniert.
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