Aus dem Italienischen von Giovanna Waeckerlin-Induni. Der postum entdeckte Nachlass des großen sizilianischen Romanciers wirft ein neues Licht auf den berühmten Schöpfer des Gattopardo. Beinah dreißig auf Hotelbriefpapier verfasste und bis dato unbekannte Briefe legen Zeugnis ab von der weltoffenen Persönlichkeit des gebildeten jungen Mannes, der zwischen 1925 und 1930 mit dem Zug die Metropolen Europas bereiste. Rom, Florenz, Zürich, Berlin und London sind nur einige der Stationen auf der Route des Fürsten, der uns - liebevoll, augenzwinkernd und bisweilen boshaft - von Kultur, Kunst, Klatsch und Kulinarik erzählt und uns so ungewöhnliche Reisebilder einer vergangenen Epoche schenkt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.06.2009
Für unübertroffen hält Rezensentin Iris Radisch den Snobismus des Giuseppe Tomasi di Lampedusa und kann daher sehr die vorliegenden Reisebriefe empfehlen, die der Fürst von seinen Reisen durch Europa an zwei Cousins in Palermo geschrieben hatte und die Giovanna Waeckerlin-Iduni nun erstmals ins Deutsche übertragen hat, Und zwar mit "beträchtlichem Witz und Esprit", wie Radisch versichert. Am Hochmut und an der Spottlust des Tomasi di Lampedusa hat sie ihre helle Freude, erkennt in ihnen aber auch die Ausdruck einer "amüsiert-melancholischen Gesamtlebenshaltung". Dabei entnimmt sie den Briefen auch die Erkenntnis, dass der europäische Adel zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Badestrände den bürgerlichen Empokömmlingen überlassen hatte, und sich stattdessen im Sommer in schweres englisches Tuch kleidete und nach London reiste, um sich dort der "Taxierung eines Sevres-Teeservices oder ähnlichen Subtilitäten zu widmen".
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