Friedrich Glauser

Man kann so schön mit dir schweigen

Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919-1932.
Cover: Man kann so schön mit dir schweigen
Nimbus Verlag, Wädenswil 2008
ISBN 9783907142325
Gebunden, 202 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Juli 1919: Es ist der erste Sommer nach dem großen Krieg, und der 23-jährige Friedrich Glauser beschliesst, nicht länger hinter Anstaltsmauern zu versauern. Ihm gelingt die Flucht aus der Psychiatrischen Klinik Münsingen; Freunde in Ascona nehmen ihn in ihre Künstler-Wohngemeinschaft auf. Man schreibt und diskutiert unter der Sonne des Südens, es gibt Beziehungen zu Verlagen und Zeitschriften. Der Traum vom Leben als Schriftsteller scheint erstmals realisierbar. Und Glauser begegnet seiner ersten großen Liebe: Elisabeth von Ruckteschell. Sie ist Stoff- und Textilgestalterin, Freundin von Sophie Taeuber, zehn Jahre älter als er. Eigentlich lebt sie in Zürich, doch auf Glausers werbende und drängende Briefe hin, zieht auch sie ins Tessin. Einige Monate leben sie zusammen in der alten Mühle von Ronco. Dann erleidet Glauser einen Rückfall in die Sucht, wird verhaftet und in Bern psychiatrisiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2009

Pia Reinacher erinnert an Friedrich Glausers ungebrochene Popularität in seiner Schweizer Heimat. Die nun vorliegenden von Bernhard Echte edierten Briefe Glausers an seine mütterliche Geliebte Elisabeth von Ruckteschell bewertet sie als echte Kostbarkeit. Nicht nur, weil sie bislang als verloren galten. Komisch und abgründig zugleich erscheint Reinacher, was sie aus ihnen über die Dreiecksbeziehung zwischen Glauser, Ruckteschell und dem Schrifsteller Bruno Goetz erfährt. Glauser lernt sie als Fantasie-Erotiker kennen, dessen "verdrängte Schattenseiten" zwischen der Verehrung der Angebeteten einerseits und ihrer Benutzung andererseits der Band immer wieder erhellt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2009

Martin Zingg hat zwei Bücher mit Briefen und Gedichten von Friedrich Glauser gelesen, die dem Schweizer Schriftsteller "deutlichere Konturen" verleihen. Der Band mit Briefen überwiegend an seine Geliebte Elisabeth von Ruckteschell nach Ascona wirft neues Licht auf die frühen Jahre des wegen seiner Drogensucht immer wieder in Klinik und Gefängnis gesperrten Glauser, meint der Rezensent. Nicht nur, weil es aus dieser Zeit ansonsten nur wenig erhaltene Briefe gibt, freut sich Zingg an diesem Band, er kann an ihm auch besonders gut ablesen, wie sich für den Autor das Leben und die Liebe "in Sprache verwandelt". Ein Lob ist ihm auch die gelungene Edition und Kommentierung des Korrespondenzbandes durch Bernhard Echte wert.

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