Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Mit einem Vorwort von Helmut Schmidt. Der in Hamburg geborene Herbert List war einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, Kaufmann und Bonvivant, ein Surrealist mit der Kamera. Er sah sich als Amateur und war ein Künstler der leichten Hand. List war ein Pionier neuer, erotischer Sehweisen und als Porträtist großer Persönlichkeiten Chronist einer europäischen Epoche des Geistes.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.12.2003
Rezensent Jens Bisky zeigt sich erfreut von Emanuel Eckardts Porträt des Fotografen Herbert List, das nun in der Reihe "Hamburger Köpfe" erschienenem ist. Unter den großen Fotografen des 20. Jahrhunderts findet Bisky kaum einen, "dessen Aufnahmen mehr Kunstwillen verraten als seine". Lists Fotografien würdigt Bisky als "nie zufällig oder erhascht, sondern sorgsam gesucht, bewusst komponiert". In weltläufigen Verhältnissen aufgewachsen, gab List 1936 den Kaffeehandel auf, um sich ganz der Fotografie zu widmen, bereiste Europa, lebte in Paris und Athen, bevor er 1941 nach Deutschland zurückkehren musste. Nach dem Krieg lebte er bis zu seinem zu seinem Tode 1975 in München, wo er als Bildreporter einer der "Großen des Jahrhunderts" wurde. Wie Eckardt die "Lust dieses Lebens im Mondänen" nachzeichnet, lobt Bisky als "diskret und deutlich zugleich."
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