Luise Straus-Ernst, die erste Frau des großen surrealistischen Malers Max Ernst, tat als eine der ersten promovierten Kunsthistorikerinnen ihrer Generation viel für die Förderung seines Oeuvres und die Kölner Dada-Bewegung. In ihrer Wohnung am Kaiser-Wilhelm-Ring verkehrten Paul Klee, André Breton, Paul Eluard und Tristan Tzara. Ihre Ehe mit Max Ernst hielt nur wenige Jahre. Ihn zog es hinaus nach Paris, während sie mit Sohn Jimmy in Köln blieb.
Doch auch sie musste bald fort, weil sie Jüdin war. 1933 emigrierte sie ebenfalls nach Paris. Sie glaubte nicht an den Sieg des Hitler-Regimes und versteckte sich in einem Hotel in der Provence, wo sie ihre Autobiografie "Nomadengut" schrieb. Ein im letzten Moment eintreffendes Ausreisevisum für das "Ehepaar Ernst" wurde unter mysteriösen Umständen für ungültig erklärt. In Begleitung der berühmten Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, die er später heiratete, reiste nur Max Ernst nach Amerika. Luise Straus-Ernst blieb in Frankreich und wurde 1944 mit einem der letzten Konvois, die nach Osten rollten, deportiert.
Sie starb mit 51 Jahren in Auschwitz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2016
Rezensent Wolfgang Kemp wird schnell klar mit Eva Weißweilers Biografie, dass er es bei Luise Straus mitnichten mit einer Dada-Muse zu tun hat, sondern mit einer selbständigen, starken Frau, einer Kunsthistorikerin und Journalistin und nebenher zeitweise Frau von Max Ernst und Geliebte Jean Gionos. Die im Buch ausgestellte Quellendichte, meint Kemp, sollte keine Leserin abhalten. Äußerst lesbar bleibt der Text, immens dramatisch dazu, erklärt er, und bis die Nazis Straus nach Auschwitz bringen, ein einziger Triumph des Lebens.
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