"Ich bin ein Mensch vom Weg, am liebsten ist mir, im Zug zu sitzen zwischen den Ländern. Der Zug ist ein schönes Zuhause", sagt Emine Sevgi Özdamar. Aber sie kommt auch an: an Orten wie "ihrem Hauptbahnhof" in Düsseldorf, in ihrer Wohnung dort, in Berlin Ost und West, in Amsterdam, in Istanbul - in den Theatern, in Lied- und Gedichtzeilen. Die Erinnerung an Menschen, Bilder, Situationen, Gespräche und Telefongespräche, Kindheit, Leben und Tod - alles verwebt sich mit genauen Beobachtungen des Hier und Jetzt zu einer Gedankenreise, die die Autorin auf ihre ganz eigene Weise in Bilder und Sprache formt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2001
Aufwachsen und Leben in unterschiedlichen Kulturen: Darum geht es für Sebastian Domsch in diesem Buch. Die gesammelten Geschichten spielen in Berlin, Istanbul oder Amsterdam; verbunden werden diese Orte durch - einen Spiegel. In diesem sieht die Autorin alles mögliche versammelt, so Domsch: "Deutschland und die Türkei treffen sich darin genauso wie Vergangenheit und Gegenwart". Die Idee findet der Rezensent zwar überzeugend - ansonsten bemängelt er zuviel "Flickwerk": Der rote Faden bestehe vorrangig in Wort-Wiederholungen. Deshalb passt Domsch auch das Etikett "Erzählungen" nicht. "Viele Türen, aber wenig verbindende Korridore", schließt der Rezensent.
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