Yade Kara

Selam Berlin

Roman
Cover: Selam Berlin
Diogenes Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783257063356
Gebunden, 384 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die Geschichte Hasans, neunzehn, der mit seiner Familie jahrelang zwischen Bosporus und Spree hin- und hergependelt ist und der am Tag des Mauerfalls beschließt, Istanbul zu verlassen und ganz nach Berlin zurückzukehren. Der Roman handelt vom Erwachsenwerden, von Freundschaft, von der Suche nach der großen Liebe, von Verrat und Identität.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2003

Rasant ist das bezeichnende Wort, mit dem Monika Carbe den Debüt- und Berlin-Roman von Yadé Kara charakterisiert: in aberwitzigem Tempo jage der 19jährige Ich-Erzähler Hasan Kazan durch das sich wiedervereinigende Berlin und berichte von den Auswirkungen des Mauerfalls auf eine türkische Familie. Hasan sei sowohl in Istanbul wie Berlin aufgewachsen und beschließe im entscheidenden Moment, am Puls der Zeit zu fühlen. Ebenso realistisch wie phantastisch, mit einem Schuß Kolportage und einem Hang ins Satirische führe Hasan durch alle Milieus: allen voran das Kreuzberger Althippie-Milieu, in dem auch Hasans Vater, ein Altlinker, heimisch geworden ist. Ob Filmszene oder ostdeutsche Neonazis: Kara lasse nichts aus in ihrer atemlosen Berlin-Beschreibung, meint Carbe, doch werde bei all dem auch klar, dass es Kadé um das Wertechaos gehe, an dem sich die junge deutsch-türkische Generation abarbeiten muß. Für Hasan bleibe seine Zukunft offen, sein Zugehörigkeitsgefühl nicht eindeutig beantwortet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2003

Mit "Vergnügen" hat Hardy Reich den Debütroman von Yade Kara gelesen, will ihn dann aber sogleich ins Schubfach von Feridun Zaimoglu und Emine Sevgi Özdamar sortieren - denn hier wie dort werde die spezifische Erfahrung von türkischen Deutschen thematisiert. Und zwar im Fall dieses Buches doppelt gebrochen: zum einen durch den Wechsel der Handlungsorte (Hasan Kazan, der jugendliche Ich-Erzähler, pendelt zwischen Berlin und Istanbul), zum anderen durch den "ironischen Blick" der Autorin auf ihre männliche Figur, die sie dem "Strudel der Wendeereignisse" aussetzt. Auch ein Poproman sei "Selam Berlin", denn Marken werden genannt und Alltagssprache komme zum Einsatz. Manchmal findet Reich das ein wenig aufgesetzt, die "spezifische Wahrnehmung" aber hat ihn überzeugt.
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