Aus dem Englischen von Susanne Keller. Sommer 1965, die Straßen New Yorks flimmern in der Hitze. Eines Morgens findet die alleinerziehende Ruth Malone das Zimmer ihrer beiden kleinen Kinder leer vor, das Fenster steht offen. Schnell wird Ruths eigenwilliger Lebensstil - die provokante Kleidung, das stets perfekt geschminkte Gesicht, die Kontakte zu Männern - ihr zum Verhängnis. Angeheizt durch Spekulationen aus der Nachbarschaft, zieht die Polizei einfache Schlüsse. Auch Boulevardreporter Pete Wonicke, für den der Fall die erste große Story ist, verurteilt Ruth zunächst. Doch je länger er recherchiert, desto klarer sieht er das falsche Spiel der Presse und die frauenverachtenden Machenschaften der Polizei. Bald schon beginnt Pete, an allem zu zweifeln, was er zu wissen glaubte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.12.2020
Rezensentin Sylvia Staude rühmt den Nuancenreichtum und die Einfühlsamkeit in dem im Original schon 2017 erschienenen Debütroman von Emma Flint. In der "sorgfältigen" Übertragung von Susanne Keller kommt Staude die nach einem wahren Fall aufgeschriebene Geschichte um eine zu Unrecht des Mordes an ihren Kindern verdächtigte junge Frau im New York der 60er Jahre differenziert und vielschichtig vor. Dass die Autorin weder ihre Hauptfigur überzeichnet noch die mit Vorurteilen behafteten Polizisten, Journalisten und Anwälte im Prozess holzschnittartig entwirft, gefällt Staude gut. Fakten und künstlerische Freiheit scheinen ihr ferner gut ausbalanciert in diesem Buch.
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